Kritische Einblicke in die Letztursächlichkeit fehlender christlicher Einheit und wahrhaftiger Menschlichkeit
Kritische Einblicke in die Letztursächlichkeit fehlender christlicher Einheit und wahrhaftiger Menschlichkeit

Wahrheit ist mehr als ein Wort!

 
Nach seiner Analyse des kirchlichen und gesellschaftlichen Istzustandes versucht der Autor in seinem kommenden dritten Band „Evangelium: Historischer Anspruch und heutige Wirklichkeit“ die eigentliche Ursache der Entchristlichung von Christentum und Kirche zu erforschen. Dabei stößt er auf den kulturellen und ideologischen Wandel vom hebräischen zum griechischen Wahrheits- und damit Gottesverständnis, in dessen Folge die Voraus-setzungen für den philosophischen Relativismus und Positivismus der Neuzeit geschaffen wurden - eine Entwicklung, welche nicht nur ein Leben in der göttlichen Wahrheit verunmöglicht hat, sondern gleichzeitig neue zeitgeistige Strömungen freisetzte, die Ausgangspunkt für den hemmungslosen Raubtierkapitalismus und die materialistische Ego- und Profitkultur der Moderne wurden.

 

Dieser dritte Band verdeutlicht in seiner biblischen Letztursachenforschung die Gründe ebenso wie das Ausmaß der gegenwärtigen Gottlosigkeit unserer abendländischen Wohlstandsgesellschaft und die Gottferne, welche in weiten Teilen von Christentum und Kirche zur Normalität gesellschaftlichen Denkens wurde. Dabei versucht der Autor keine letztverbindliche, alles umfassende Lösung auf der gesellschafts- und wirtschaftspolitischen Ebene anzubieten - solches wäre ein Unding. Vielmehr ist er überzeugt davon, dass die eigentlichen Triebfedern allen Übels auf der seelisch-geistigen Ebene (vgl. die spirituelle Evolution) zu suchen sein würden, jener Ebene von der Jesus sagte, dass das, was aus dem Herzen der Menschen hervorginge, das eigentliche Übel wäre.

 

Auch aus diesem Grund ist sein Hinweis auf die jesuanische Forderungen einer radikalen Umkehr in unseren Einstellungen glaubwürdig und nachvollziehbar, weil alles gegenseitige Schuldzuschieben ebenso wie das systemische Unter-den-Teppich-Kehren der tatsächlichen Ursachen aller Missstände und Übel den Menschen genauso wenig einer Lösung näher gebracht hat wie die falsch verstandene aber weiter um sich greifende Toleranz einer auf der Anything-goes-Maxime basierenden ›Wellness-Religion‹. Ob freilich jene seelisch-geistige Umkehr überhaupt gelingen kann, hängt im wesentlichen davon ab, ob der Mensch in eine wesenhafte Beziehung zu Gott treten will oder diesen als antiquiertes Vorstellungsmuster alter kirchlicher Traditionen abtut. Denn nur wer Gott von ganzem Herzen sucht, wird ihn auch in seinem Leben finden.