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Enttäuschte Liebe (Mi, 13 Sep 2017)
  von Edelbert Richter Historische Hintergründe von Brexit und Trump Es hat sich wohl inzwischen herumgesprochen, dass ›Brexit‹ und ›Trump‹ mehr bedeuten als einen kleinen geschichtlichen Unfall, dass es sich vielmehr um einen Epochenumbruch handelt. Der Spiegel sprach schon im Januar von einer ›Zeitenwende‹, vom ›Ende des Westens, wie wir ihn kennen.‹ (4/17) Die Bundeskanzlerin kam, weil die deutsch-amerikanische Freundschaft ihr ein ›Herzensanliegen‹ ist, erst Ende Mai zu dem Ergebnis: »Die Zeiten, in denen wir uns auf andere völlig verlassen konnten, sind ein Stück vorbei, das habe ich in den letzten Tagen erlebt.« (Die Zeit, 1.6.17) Weiterlesen ...
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Nutznießer der Niedertracht (Mo, 28 Aug 2017)
Renate Solbach: Niedertracht von Ulrich Schödlbauer Wann war Delirieren je schöner? Die Titelseite des Stern gibt den Trump mit faschistischem Gruß, sie gibt ihm auch in dieser Pose noch Zucker, wenn sie ihn in die einzige Flagge auf Erden hüllt, die der Deutsche noch respektiert, aber das steht auf einem anderen Blatt. Das andere Blatt, der Spiegel, zwängt den mächtigsten Mann der Welt, zwecks Demaskierung, unter die weiße Maske des Ku Klux Klans, es fehlt nur die liegengebliebene Trump-Maske aus Wahlkampfzeiten und obendrauf eine überdimensionierte Sonnenbrille: die Banalität des Bösen, perfekt! Perfekte Banalität, diesmal des deutschen Wahlkampfs, verströmte, aus welchem Kalkül auch immer, der Kandidat: Spiegel online zufolge nannte er »Typen wie Donald Trump … Vertreter einer Politik, denen jede Niedertracht recht ist«. America first – daran haben, aus nüchterner Einsicht in die geltende Weltordnung, sich seit Hitlers Krieg noch alle deutschen Regierungen gehalten... Weiterlesen ...
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An der Wahlmauer (Fr, 18 Aug 2017)
Ferdinand Lassalle von Gunter Weißgerber Wählen aus Mitleid? Mitleid mit wem? Mit einer Partei? Mit der Bundesrepublik? Mit der EU? Oder gar aus Selbstmitleid? Die Fragen mögen absonderlich klingen, zumal, wenn sie jemand aufschreibt, der vor fast drei Jahrzehnten erstmals frei wählen konnte und dem diese freien Wahlen noch immer heilig sind. Und dennoch ist es so. Wie mir ergeht es sehr vielen Freiheits- und Demokratie-süchtigen Mitbürgern. Das weiß ich aus ungezählten Gesprächen in West, Ost, Süd, Nord mit Wessis, Ossis, Wossis. Weiterlesen ...
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Provokationen zu Strategien (Mo, 14 Aug 2017)
Donald Trump Inauguration von Heinz Theisen Warum die Ursachen von Donald Trump als politische Aufgaben erkannt werden müssen Dass eine politisch unerfahrene, persönlich ungebildete und charakterlich ungefestigte Person wie Donald Trump zum mächtigsten Mann der Welt gewählt wird, muss Ursachen haben. Dass sich unsere politische Klasse bis weit in die Medien hinein weigert, über diese Ursachen nachzudenken, ist verständlich, denn die Hauptursache für Donald Trump ist sie selbst. Sowohl der Brexit als auch die Wahl von Donald Trump sind als Reaktionen auf eine vorangegangene Ideologisierung von ›Weltoffenheit‹ zu verstehen, die sich in einer historisch beispiellosen Entgrenzungspolitik nach außen und innen niedergeschlagen hatte. Vom spekulativen Kasinokapitalismus der Neoliberalen, der Interventionspolitik der Neokonservativen bis zu den offenen Grenzen der politischen Linken wurde eine universalistische Politik voranzutreiben versucht. Dass die Welt heute aus den Fugen ist, liegt vor allem an diesen letztlich utopistischen Überdehnungen des Möglichen und Sinnhaften. Weiterlesen ...
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»Denn sie wissen nicht, was sie tun...?« (Mi, 09 Aug 2017)
Zeigefingermoral von Gunter Weißgerber Der Spiegel schrieb in den 80ern sinngemäß, die DDR-Deutschen seien ein Volk, das täglich um 20 Uhr kollektiv auswandere. Gemeint waren der Beginn der Tagesschau und der Informationshunger der Ostdeutschen. So war es tatsächlich. Die DDR-Medien zwangen uns rund um die Uhr sozialistische Erziehung und Umerziehung auf, ohne uns die geringste Chance auf Pluralität der Informationen und daraus folgender individueller Meinungsbildung zu lassen. Die Folgen waren so gravierend wie absehbar: Nicht einmal die Wettervorhersage wurde geglaubt, von den Nachrichten ganz zu schweigen. Es war gruselig. Und das Ende der ›Diktatur der Arbeiter und Bauern‹ war auch in medialer Hinsicht ein glückliches, ein besonders glückliches. Weiterlesen ...
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Wohin die Reise geht! (Mo, 07 Aug 2017)
von Rudolf Walther Den Begriffen ›Bonapartismus‹ und ›Populismus‹ ist gemeinsam, dass sie quer durch die Geschichte der Gesellschafts- und Herrschaftsformationen ziemlich beliebig verwendbar sind. Für Leo Trotzki etwa fallen die Präsidialregimes unter den Reichskanzlern Brüning und von Papen ebenso unter den Begriff ›Bonapartismus‹ wie die Diktaturen Stalins und Hitlers, Bismarcks Herrschaft oder jene des ›österreichischen Bonapartismus‹. Die Enthistorisierung und Verallgemeinerung des Begriffs ist nicht Marx‘ zuzurechnen, der in seiner Schrift Der achtzehnte Brumaire des Louis Napoleon (1852) eine historisch-politisch und sozialstrukturell präzise beschriebene Herrschafts- und Regierungsform meinte. Engels‘ dehnte den Begriff zur bürgerlichen Herrschaft überhaupt, als er am 13. April 1866 an Marx – der ihm nicht widersprach – schrieb: »Der Bonapartismus ist doch die wahre Religion der modernen Bourgeoisie.« Weiterlesen ...
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Meine persönliche Milchgeschichte (Mo, 07 Aug 2017)
Romulus und Remus (Kapitolinische Wölfin) von Gunter Weißgerber Ich bin Milchtrinker. Auch genieße ich gern Wein, doch das soll hier und jetzt nicht das Thema sein. Zur Milch. Frische Milch soll es sein, unbedingt. Und die ist wohlschmeckend immer schwieriger zu bekommen. Nach H-Milch schmeckt inzwischen leider auch die Milch, auf der Frischmilch drauf steht. Ich fühle mich regelrecht milch-beschissen. Angefangen hat das mit meinem sensiblen Milchgeschmack im Annaberg-Buchholz/Erzgebirge mit der Frischmilch des schon lange nicht mehr existenten privaten Molkereigeschäfts in der Haldenstraße in den Fünfzigern des letzten Jahrtausends. Weiterlesen ...
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Bolivien – ein Hoffnungsmodell? (Di, 01 Aug 2017)
  von Lutz Götze ›Siempre adelante con Evo‹ schreien die Parolen von Wänden und Mauern, als sich der Fremde, von Copacabana am Titicaca-See kommend, über üble Pisten und nicht zu Ende gebaute Vorstädte der bolivianischen Metropole La Paz nähert: ›Immer voran mit Evo‹, dem mythisch verklärten Präsidenten mit aymarischen Wurzeln. Vom armen Bauernsohn auf dem Altiplano ist Evo Morales 2006 zum bolivianischen Präsidenten aufgestiegen und erlebt jetzt, nach der Wiederwahl, seine zweite Amtsperiode. Er residiert, zumeist im alternativen Pullover, an der Plaza de armas im Zentrum der Millionenmetropole: Sitz des Parlaments und der Regierung, nicht aber Hauptstadt. Die bleibt unverändert, seit der Unabhängigkeit und Staatsgründung 1825, Sucre im Süden des Andenstaates. Weiterlesen ...
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Der Karl-Marx-Hof als Erinnerungsort des ›Roten Wien‹ (Di, 11 Jul 2017)
Karl-Marx-Hof Wien von Christoph Jünke Erst seit wenigen Jahren wird in Österreich der Erinnerung an das sogenannte ›Rote Wien‹ staatspolitisch-museale Bedeutung zugesprochen. Trotz der Tatsache, dass seine sozialdemokratischen Erben nach dem Zusammenbruch des großdeutschen Dritten Reiches eine mitregierende Partei im nun dauerhaft eigenständigen Staate Österreich geworden waren, wurde des in der Zwischenkriegszeit von der alten Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (heute: Sozialdemokratische Partei Österreichs – SPÖ) betriebenen Wiener ›Sozialismus in einer Stadt‹ kaum gedacht. Zum schulischen Lehrplan der Fünfziger- und Sechzigerjahre gehörte diese Zeit jedenfalls nicht. Weiterlesen ...
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