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Der Karl-Marx-Hof als Erinnerungsort des ›Roten Wien‹ (Di, 11 Jul 2017)
Karl-Marx-Hof Wien von Christoph Jünke Erst seit wenigen Jahren wird in Österreich der Erinnerung an das sogenannte ›Rote Wien‹ staatspolitisch-museale Bedeutung zugesprochen. Trotz der Tatsache, dass seine sozialdemokratischen Erben nach dem Zusammenbruch des großdeutschen Dritten Reiches eine mitregierende Partei im nun dauerhaft eigenständigen Staate Österreich geworden waren, wurde des in der Zwischenkriegszeit von der alten Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (heute: Sozialdemokratische Partei Österreichs – SPÖ) betriebenen Wiener ›Sozialismus in einer Stadt‹ kaum gedacht. Zum schulischen Lehrplan der Fünfziger- und Sechzigerjahre gehörte diese Zeit jedenfalls nicht. Weiterlesen ...
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Chinas wachsende internationale Rolle und der Trump-Effekt (Fr, 30 Jun 2017)
Two elderly Chinese guys enjoying the sea at Xinghai Bay von Christina Breidenbach Die Theorie, dass die US-Amerikanische Weltmachtstellung kippt, wird mit dem Einfluss Russlands im syrischen Bürgerkrieg und in der von Moskau beeinflussten Meinungsbildung in Südost- und Osteuropa immer deutlicher. Auch China nimmt seine Rolle als dominierender Akteur wahr und nutzt die Wahl Donald Trumps gezielt für seine Zwecke. Die chinesische Regierung sieht die Chance, durch die angekündigte Abschottung bzw. durch die eventuellen Rückläufe der USA international zu profitieren und sich zu profilieren. Weiterlesen ...
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Demographischer Wandel: Der große Übergang (5) (Mo, 26 Jun 2017)
László Bagi Jr.: New Op-art von Ulrich Schödlbauer 14. Die ›reine‹ Beziehung und der Kinderwunsch Untersucht man die im Beziehungsmodell sozial realisierte Trennung von Sexualität und Reproduktion, dann kommt man zu dem Ergebnis, dass die rigorose Durchstreichung des zweifellos gegebenen, aber durch den Einsatz mechanischer und chemischer Mittel unbegrenzt manipulierbaren biologischen Zusammenhangs den kulturell zweifellos ebenso gegebenen Zusammenhang überblendet, in dem der Kinderwunsch als Summe aller auf ein individuelles Optimum ausgerichteten Steuerimpulse fungiert. Es ist nicht ganz richtig, zu sagen, der Kinderwunsch habe sich mit dem Abschied vom traditionellen Familienmodell ›reduziert‹ oder sei generell zurückgegangen. Angemessener wäre es wohl zu sagen, er werde durch das Beziehungsmodell dauerhaft aufgeschoben: jedenfalls entspricht dem eine in allen Befragungen... Weiterlesen ...
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Nachruf auf einen originellen Denker (Fr, 23 Jun 2017)
Trauer von Peter Brandt Am 22. April dieses Jahres verstarb in seinem zweiten Heimatland Dänemark der Historiker, Kultur- und Sportsoziologe mit auch ethnologischer Kompetenz Henning Eichberg, in den letzten Jahren verschiedentlich Globkult-Autor; er wurde 74 Jahre alt. Ich habe ihn um 1980 zum ersten Mal persönlich getroffen und hatte daran gedacht, ihn im jetzigen Sommer auf dem Weg nach Norwegen – nach langen Jahren – zuhause zu besuchen. Wir standen über die Jahrzehnte in Kontakt: Bücher, Sonderdrucke, später in elektronischer Form, gingen hin und her. Weiterlesen ...
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Demographischer Wandel: Der große Übergang (4) (Mi, 21 Jun 2017)
Dieter Borst: Documenta el arte von Ulrich Schödlbauer 11. Ein Stück Nachkriegsgeschichte Wenn die ›Beziehung‹ soziales Kapital verspricht oder ›darstellt‹, dann sollte die Frage nach der deformierenden Gewalt, die dem Begriff als einem gesellschaftlichen Universale innewohnt, nicht nur den Minimalismus als den Mechanismus des Unsichtbarmachens der zentralen Aspekte der Fortpflanzung, der Weitergabe familiärer und kultureller Informationen im als ›eigen‹ wahrgenommenen Nahbereich umfassen, sondern auch den Begriff des sozialen Kapitals, wie er in dieser Anwendung erscheint. Dass der simple Gedanke der Beziehung (Relation) zweier Gesellschaftsglieder ein Erwerbsverhältnis impliziert, gehört nicht von vornherein zur Sache, es reflektiert die dritte Seite im Spiel. Die Annahme, dass einige Beziehungen sozial wertvoller sind als andere, verschiebt das sexuelle Spiel in den Bereich von Einfluss, Karriere und Macht... Weiterlesen ...
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Demographischer Wandel: Der große Übergang (3) (Mo, 19 Jun 2017)
Isometric Flaw von Ulrich Schödlbauer 8. Die ›stillschweigende Option‹ Befremdlich wirkt die Ergebenheit, mit der die öffentliche Debatte das Jahr 2050 (in dem die Prognosen aus gutem Grund enden) als Zielmarke einer homogenen Entwicklung hinnimmt – den Zeitpunkt, zu dem die Reste der sogenannten ›geburtenstarken Jahrgänge‹ ihr biblisches Lebensalter erreicht bzw. weitgehend gelebt haben werden (9,1 bzw. 9,9 Mio Achtzigjährige und älter). Das Dreieck aus ›Überalterung‹, ›Übervölkerung‹ und ›Überfremdung‹ tritt so vielleicht überproportional in Erscheinung. Spätere Zielmarken ließen womöglich andere Größen in den Vordergrund treten. Wenn heute über Zuwanderungszahlen, Rentenquoten und Sozialstaatsversprechen, über den schleichenden Kollaps des Schulsystems und die mangelnde Integrationsbereitschaft von Ausländern geredet wird, dann steht die Frage auf der Tagesordnung, welche Bevölkerungsgröße und -zusammensetzung für die Aufrechterhaltung des Prosperitätsversprechens als ›optimal‹ gelten darf... Weiterlesen ...
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Eine Schule für alle, eine Schule der Emanzipation. Eine Rede über alte und neue Bildungsziele (Sa, 17 Jun 2017)
  von Christoph Jünke Wenn wir hier über die nordrhein-westfälische Bildungspolitik und die Frage nach unseren Bildungszielen diskutieren wollen,* so ist ein kurzer historischer Rückblick auf das, was diesbezüglich die großen Linien der Vergangenheit waren – und darum wurde ich als Historiker von den Organisatoren gebeten –, sicherlich nicht verkehrt. Umstritten war das deutsche Bildungssystem im 20. Jahrhundert weniger wegen seiner Leistungsfähigkeit. Im internationalen Vergleich war das deutsche Bildungssystem im 20. Jahrhundert eines der sozusagen modernsten, effektivsten und leistungsfähigsten. Weiterlesen ...
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Demographischer Wandel: Der große Übergang (2) (Fr, 16 Jun 2017)
von Ulrich Schödlbauer 5. Publizistisches Intermezzo Dass überhaupt sich ein Missbehagen breitmachen konnte, das nicht ohne Rückstände vom Tagesgeschäft absorbiert wird, hat sicher auch mit den ›neuen Realitäten‹ zu tun, die in der öffentlichen Wahrnehmung seit den Ereignissen des 11. September 2001 einen so breiten Raum beanspruchen. Nicht ausgeschlossen werden darf, dass der vorhergesagte und ehedem eher belächelte ›clash of civilizations‹ durch den Gang der Dinge in die Position einer unwiderstehlichen Interpretation gerückt ist, der man an seriösen Orten eifrig widerspricht, während sie in praxi die eher reflexartig vorgenommenen Einschätzungen von Personen regiert, die gelernt haben, das eine zu sagen und das andere zu denken... Weiterlesen ...
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Demographischer Wandel: Der große Übergang (1) (Do, 15 Jun 2017)
Wassily Kandinsky: Ohne Titel (1923) von Ulrich Schödlbauer Ulrich Schödlbauers Essay über Bevölkerungsentwicklung, Alterungs- und Migrationswirkungen, über kulturelle Ursachen der niedrigen Geburtenraten und ihre politisch-sozialen Konsequenzen erschien erstmals 2006 in Iablis unter dem Titel Bevölkerung. Über das generative Verhalten der Deutschen. Seit der Flüchtlingskrise 2015 sind die Probleme sichtbarer – und drängender – geworden, während die öffentliche Diskussion darüber weithin in Sündenbockrituale entgleist. Es erscheint daher, gerade angesichts des Wahljahrs, sinnvoll, die immer noch aktuellen Thesen erneut in die Debatte einzuspeisen. Der Essay erscheint, leicht gekürzt, in Abständen von wenigen Tagen, als eine Folge von Einzelbeiträgen. – Die Redaktion – Weiterlesen ...
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