Religionsfundamentalismus am Beispiel der                            Neuapostolischen Kirche


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Gründe für den geistigen Austritt
Ein kurzes Resumè, warum wir der neuapostolischen Kirche nach reiflichem Überlegen den Rücken kehrten
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Teil 1:   Worum es geht ...

 

Rund ein halbes Jahrhundert Mitgliedschaft in der Neuapostolischen Kirche haben Spuren hinter-lassen. Spuren, die einerseits beschämend und niederdrückend sind, beweisen sie doch wie unkritisch-naiv man die längste Zeit seines Lebens einem religiösen Wunschdenken aufsaß, und andererseits wütend machen ob der Ungeniertheit und zunehmenden Skrupellosigkeit, mit der die neuapostoli-schen Sektenführer und Systemagenten ihre Schäfchen hinters Licht führen. Ob dies im Einzelfall immer bewusst oder gar mit der Absicht des geistigen Betruges geschieht, sei dahingestellt - die meisten Systemagenten eines Unrechtssystems glauben selber an die Richtigkeit dessen, was sie vertreten. Sie tun dies nicht zuletzt deshalb, weil Recht von Unrecht und Wahrheit von Irrtum nicht immer sofort und für alle ersichtlich zu unterscheiden ist. Dazu bedarf es in allen systemischen Strukturen der notwendigen fachlichen (theologischen, soziologischen, psychologischen usw.) Expertise und genau dies wird im Fall von Herrschafts- oder Unrechtssystemen tunlichst vermieden. Da werden mittlerweile zwar hauseigene Theologen beschäftigt und hin und wieder hört man sich auch  die eine oder andere psychologische Expertise an, aber die generelle Richtung wird in allen Bereichen von fachlichen Laien aufgrund einer heilig-geistlich geglaubten spirituellen Führung vorgegeben, und zwar bis heute wider besseren Wissens.

Wenn hier bereits der Begriff Sekte (Sektenführer) gefallen ist, dann sei darauf hingewiesen, dass der Begriff "Sekte" in diesem Zusammenhang nicht im theologischen, sondern im soziologischen Sinn gebraucht wird. Es geht also nicht um theologische Abweichungen von etwas, was Kirche als "rechten Glauben" definierte - dies führt erfahrungsgemäß in eine Sackgasse, da die Frage nach einer wie immer zu verstehenden "Rechtgläubigkeit" (die es in einer solchen Verallgemeinerung im Grunde gar nicht geben kann) sich theologisch nicht beweisen lassen würde -, sondern um spirituelle Manipulation, geistlichen Missbrauch,  sowie die Verbreitung unchristlicher Lehren.

In seiner diesjährigen Neujahrspredigt, um nur ein jüngstes Beispiel zu nennen, offenbart der neu-apostolische Geistliche, Bischof Jürgen Gründemann, ein Paradebeispiel für spirituelle Manipulation. Erst stellt er die eher rhetorische Frage: "Ist man wirklich immer am Reichtum Christus interessiert, oder bevorzugt man lieber ein bequemes Leben?“  Alsdann suggeriert er fast unmerklich die Frage, wie man diesen göttlichen Reichtum denn nun erlangen könne, um sie gleich selber zu beantworten: "Indem man sich unter den Willen Gottes (= die Anordnungen der Kirchenführung) und die eigenen Gaben in den Dienst Gottes (= in den Erhalt sowie der Verbreitung seiner Kirche) stelle, bereit ist zu opfern (= für die Kirche und ihre Führer),  sowie auch die Amtsträger annehme (= Euphemismus für Verzicht auf kritisches Denken und kritische Fragen)."

*Die Klammersätze dahinter beinhalten die nachweisliche Deutung des Autors

 

Hier wird erneut deutlich, worum es den hochbezahlten NAK-Führern wirklich geht: Über die Instrumentalisierung scheinbar göttlicher Anordnungen findet eine spirituelle und nicht zuletzt auch finanzielle Ausbeutung der Gläubigen statt. Diese werden mit scheinbar göttlichen Segensmechanis-men und ansonsten vagen Versprechungen geködert, um sie dann in der Zwangsjacke blinden Glaubens und Gehorsams in ihre Führung zu binden. Mithin geht es also weder um individuelle Aus-wüchse (die gibt es immer und überall, wo Menschen am Werk sind) noch darum, im Umkehrschluss alles und jedes schlecht machen zu wollen. Wie in anderen Lebens- und Glaubensgemeinschaften gibt es auch in der Neuapostolischen Kirche gute und schlechte Eigenschaften und Handlungen, und dies auf individueller genauso wie auf Gemeindeebene. Gerne sei hier beispielsweise eingeräumt, dass die Glaubensgemeinschaft auf musikalischem Gebiet durchaus Großartiges geleistet hat - auch wenn einschränkenderweise dazu zu bemerken ist, dass damit in erster Linie Werbung betrieben wird für ihre allgegenwärtige Glaubensmission . Hier wie in anderen Bereichen gibt es christliches Gedankengut ebenso wie sektiererisches, Wahrheiten genauso wie Halbwahrheiten und Irrtümer usw. - die gesamte christliche Lehre ist im Grunde ein Sammelsurium von Wahrheiten, Halbwahrheiten und Irrtümern.

 

Das kirchliche Manipulationsinstrumentarium

Aus religionssoziologischer Sicht lässt allerdings die Milieustruktur der Mitglieder in den ersten zwei Dritteln des 20. Jhs. darauf schließen, dass Obrigkeitsdenken und Führerkult stärker als in anderen Glaubensgemeinschaften zuhause waren. Davon profitierte das auf Herrschaft und Kontrolle angelegte System der NAK, welches von ihren Führern selbst als Theokratie beschrieben wird. Dies wiederum wirkte als sozialer Verstärker zurück auf die Wahrnehmung und damit Einstellung der Mitglieder, die auf diese Weise offen waren für jede Form populistischer Propaganda und Gehirnwäsche bis hin zur Selbstbespitzelung. Wie in allen faschistoiden Organisationen ist das System dabei alles und der Einzelne nichts. Daran ändern auch die seit Beginn des 21. Jhrs. eingeleiteten Scheinreformen wenig. Es sind in aller Regel kosmetische Änderungen, welche die Rigidität der Vergangenheit vergessen und die NAK und ihre Lehre für ökumenische Zwecke hoffähig machen sollten.

Insofern hat die Internetkritik (auch wenn das bis heute geflissentlich abgestritten wird) zwar deutlich gewirkt - wie nicht zuletzt der stetige Mitgliederschwund verdeutlicht -, aber auch sie konnte ein System nicht umkrempeln, das im Namen und Auftrag scheinbar urchristlicher Lehre auf blinden Glauben und klerikale Herrschaft angelegt war. Denn die eigentlichen Grundübel - ökumenisch nicht vertretbare Alleinstellungsmerkmale, die zu allermeist auf fehlgelesenen Bibelstellen und/oder naiv-wörtlichen Bibelglauben basieren, historische, spirituelle und nicht zuletzt auch finanzielle Manipulationen usw. - wurden nicht einmal ansatzweise in Angriff genommen, sondern bestenfalls geschickt kaschiert.

Dazu zählt nicht zuletzt der 2012 veröffentlichte Katechismus, der aufgrund seiner nicht zusammen-hängenden thematisch-theologischen Struktur keine stringente Lehre offenlegt und somit auch kaum eine kritische Lehranalyse zulässt. Dies, so darf angenommen werden, wurde ganz bewusst so inszeniert, um dadurch möglichst unangreifbar zu bleiben - denn wer liest schon einen 600-seitigen Katechismus am Stück, um damit wenigstens die Chance zu bekommen, vergleichende Analysen zu bestimmten theologischen Schwerpunkten anzustellen. Der nach Sachthemen geordnete lexikalische Zugang lässt die werksinhärenten Zusammenhänge zwischen den einzelnen Thematiken so nicht erkennen. Das typisch neuapostolische Heils- und Herrschaftssystem versteckt sich so geschickt hinter der Fassade von Einzelaussagen, deren Widersprüchlichkeit bzw. exklusivistischer Alleinvertretungs-anspruch auf diese Weise dem unbedarften Auge verborgen bleiben.

Was zählt und wovor es aus diesem Grund zu warnen gilt, sind diese systemischen Eigenschaften, die zum nicht unerheblichen Teil aus dem Irrglauben rekrutieren, dass menschliche Mittler (Apostel) von Gott vorgesehen wären, um seinen göttlichen Absichten Gehör und gebührenden Respekt zu ver-schaffen. Im Gegensatz nämlich zum allgemein christlichen Verständnis, wonach das kirchliche Amt lediglich ein Dienst im paulinischen Sinn (Gehilfen des Glaubens) ist, der den christlichen Glauben fördert und die Gemeinschaft von Christen organisch zusammenhält, versteht die neuapostolische Kirche ihr Apostelamt als heilsnotwendige Mittlerschaft zwischen Gott und Mensch, ohne welche der einzelne Mensch keinen vergleichbaren Zugang zu Gott hätte. Daraus entstand mit der Zeit ein extrem hierarchisches System, das gemäß einer solchen Vorstellung notwendigerweise schon in seinen Anfangsjahren in ein klerikal-diktatorisches Herrschaftssystem abdriften musste, welches den autoritär-kindhaften Glauben der Mitglieder nicht nur spirituell, sondern zunehmend auch finanziell ausbeutete (man klicke auf untere Bilder, die fortgesetzt werden).

Das finanzielle Manipulationsinstrumentarium

Neben diesen theologischen Irrtümern und sozialpsychologischen Manipulationsversuchen zur schleichenden (und als heilsnotwendig verkauften) Herrschaft über die Mitglieder gibt es aber auch Manipulation im großen Stil im finanziellen Bereich. Konnte man zu Anfang der Glaubensgemeinschaft noch halbwegs davon ausgehen, dass die Geldopfer dem Aufbau der Organisation dienten, muss spätestens seit der Einführung der Managergehälter für die bezahlten Kirchenführer durch Stamm-apostel Richard Fehr konstatiert werden, dass auch die neuapostolische Kirche dem kapitalistischen Profitstreben erlegen ist und über die alte (wenn auch mittlerweile gut maskierte) Masche der Segensschiene (nur wer normgerecht opfert hat Segen) mittlerweile Spenden einfordert, welche die Organisation einerseits längst nicht mehr nötig hätte und an welchen sich ihre Führer andererseits gleich einem Selbstbedienungsladen ausgiebigst bedienen. Wenn die Mitglieder schon so dumm sind und wider besseres Wissen immer noch meinen, den "Zehnten an Gott" abgeben zu müssen, dann wollen wir als die Sektenführer diesem Irrglauben nicht im Wege stehen.

Gleichzeitig werden Kirchen, die unter teilweiser Mitarbeit von Mitgliedern erstellt und ansonsten ohnehin von deren Spenden gebaut wurden, nach Bedarf geschlossen und nach Beschluss der jeweiligen Landesversammlung meistbietend verkauft. Dies geschieht ohne jegliche Anhörung  oder gar Mitspracherecht der Mitglieder und ohne jeden finanziellen Ausgleich - die Mitglieder haben keinerlei Anrecht an ihren Kirchen (siehe Internationale Statuten der NAKI, Artikel 5.5). Auch andere Sekten, wie z.B. die "Zeugen Jehova" (ab Min. 9:30), arbeiten mittlerweile nach dem Muster der Kapital-schöpfung durch einträgliche Immobiliengeschäfte. Wenn Organisationen von Zinsgewinnen leben und zunehmende Renditen anhäufen, aber gleichzeitig  als anerkannte Religionsgemeinschaften das Siegel der Spendenwürdigkeit in Anspruch nehmen, sowie anderweitig hohe finanzielle Vergünstigungen genießen (beispielsweise sind sie von der Grundsteuer befreit), stellt sich schon die Frage nach der Glaubwürdigkeit ihres Anspruchs, Werk Gottes (im Fall der NAK) oder Organisation Gottes (im Fall der Zeugen Jehova) zu sein.

Während so durch zahllose Gemeindeschließungen mit nachfolgendem Handel von Immobilienwerten bei gleichzeitig immer niedrigeren Ausgaben (nur noch zwei Drittel Kirchenbestand und Abbau der bezahlten Kirchenfunktionäre usw.) und nur minimal geringerem Spendenaufkommen die Rendite boomt, häuft sich das Vermögen der NAKI Jahr für Jahr in Millionenhöhe. Dieses an Scientology angelehnte NAK-Finanzierungsgebaren - also die Art und Weise, wie mit Spendengeldern (NAK-intern: Opfer/Scherflein der Witwe usw.) der gläubigen Mitglieder umgegangen wird und wie daraus Milliarden für die bezahlte Oberschicht dieser Kirche geschaffen wurden - wurde von Dieter Kastl in zahlrei-chen Artikeln belegt. Zu diesem Skandal gehört auch jener, der in nachfolgenden Bildern angeklickt werden kann. Darunter der dazu passende Jahresmotto-Kalender, der Aussagen darüber macht, wo die Spenden wirklich hingehen.

Neuapostolischer Ablasshandel - oder wie aus einem Euro mühelos Hundert Euro werden ...

 

Was das Finanzgebaren so abscheulich und die Kirche so unermesslich reich macht, ist der angeblich biblische Hinweis auf den Zehnten als notwendige Opfergabe für göttlichen Segen. In der NAK wurde dieser "Zehnte" immer als "10 Prozent vom Bruttolohn" verstanden; ob Kapitalrenditen auch in dieser Höhe zu veropfern sind, ist im Augenblick noch nicht eruiert, wäre aber nur logisch. Wie unbiblisch und unchristlich diese Vorstellung ist, hat Dieter Kastl hier und hier aufgezeigt. Wie sehr sich der Reichtum der Kirche damit exponentiell vermehrt - was überhaupt nicht notwendig wäre und nur den Kirchen-fürsten dient ..., möge folgende kleine Beispielrechnung zeigen:

Mal angenommen in einer Gemeinde mit 100 aktiven Mitgliedern opfern 50 Prozent (Arbeitnehmer und Rentner) monatlich von ihrem Einkommen. Das Durchschnittsbruttoeinkommen/Jahr beträgt laut statist. Bundesamt ca. 40.000,- Euro. Dadurch würden der Kirche pro Spender 4.000,- Euro/Jahr geopfert werden. 50 (die angenommene Hälfte der Mitglieder) mal 4000 sind 200.000,- Euro im Jahr. Nehmen wir an, eine solche Kirche kostet inkl. Grund 300.000,- Euro, dann hätte diese Gemeinde "ihre" Kirche in 18 Monaten selbstständig erwirtschaftet - falls notwendig z.B. auch über ein zinsfreies Darlehen der Kirche). Danach gehen im Prinzip nur noch die laufenden Kosten weg. Da die Grundsteuer für Kirchen entfällt, sind das i.d.R. nur die üblichen Nebenkosten (Heizung, Strom, Wasser, Kamin + Abfall), da Reparaturen in den ersten 10 - 20 Jahren kaum anfallen werden. Diese Neben-kostenpauschale für eine Gemeinde dieser Größenordnung dürfte um die 1000,- Euro im Jahr liegen (wenn nicht geheizt wird wie im Altersheim) - ein vernachlässigbar kleiner Betrag bei 200.000,- Euro Opfereinnahmen im Jahr.

Dies bedeutet: Nach spätestens 2 Jahren wäre jede Gemeinde im Besitz ihrer eigenen Kirche und die Opfer-/Spenden-Maschine könnte, mangels weiterer Kosten, auf 0,1 Prozent vom Bruttoverdienst heruntergefahren werden (statt 200.000,- Euro/Jahr nur noch 2000,- Euro). Daraus könnten dann immer noch ca. 1000,- Euro Überschuss als Rücklagen (für andere Aufwendungen der Gesamtkirche) gebildete werden. Bei 1000 Gemeinden hätte die Gesamtkirche damit Einnahmen in einer Höhe von ca. 1.000.000,- Euro jährlich. Würden dann BAP- und sonstige Versammlungen u.ä. nicht in sündteuren Nobelhotels, sondern in den hauseigenen Kirchen stattfinden und sich die Reisetätigkeit dank Internetkonferenzen u.ä. auf wenige Predigtreisen (und dies bitte ohne Entourage mit großartigen Sightseeingausflügen, Konzerten etc. !!) verringern bei gleichzeitiger Verringerung der bezahlten hauptamtlichen Apostel, würden diese Einnahmen durchaus ausreichen für eine kleine Kirche wie die NAK.

Dies wiederum würde folgendes bedeuten: Während bei einem 10-prozentigen Brutto-Opfer ein Mit-glied im Durchschnitt 200.000,- Euro während eines Arbeitslebens von 50 Jahren an die Kirche spendet, betrüge die Opfergabe bei einem 0,1-prozentigen Brutto-Opfer in der gleichen Zeit pro Mitglied nur 2000,- Euro. Mit den restlichen 198.000,- Euro könnten die Mitglieder sich z.B. ein wunder-schönes Häuschen im Grünen o.ä. erwerben, ohne dass es gleichzeitig der Kirche an etwas fehlen würde.

Sicherlich, dabei gehen wir von sog. Durchschnittswerten aus, aber die Wahrscheinlichkeit, dass die reale neuapostolische Wirklichkeit, zumindest in den westlichen Industrieländern, eher deutlich darüber liegen dürfte, ist auch nicht von der Hand zu weisen. Ganz zu schweigen von den geldwerten Zuwendung neuapostolischer Firmenbosse (z.B. Würth, siehe unteres Bild) und zahlreiche Kirchen-Mäzen, die allemal im sechsstelligen Bereich liegen dürften und womöglich direkt und steuerfrei in die Stiftungsfonds der Bezirksapostel übergehen. 

Nicht zuletzt durch den dramatischen Mitgliederschwund begründet, ist das Ziel der NAKI, mittelfiristig unanhängig zu werden von Opfer- und anderen Spendeneinnahmen und nurmehr von der Substanz zu leben. Der Kirchenpräsident der NAK Deutschland-Süd beantwortete die Frage, was seine Kirche mit den Überschüssen mache so: "Wir bauen in der Kirche seit vielen Jahren ganz gezielt Vermögen auf – nicht um seiner selbst willen, sondern um den kirchlichen Aufgaben gerecht zu werden. Unser strategi-sches Ziel ist, genügend Kapital anzusammeln, so dass alle Ausgaben, ausgenommen Investitionen, aus den Erträgen bestritten werden könnten." (Quelle: SÜDINFO Nr. 14, 12/2012 )

Das ist leicht untertrieben, denn schon jetzt könnten Investitionen aus Zinserträgen geschaffen werden. Wer sich beispielsweise die Einnahmekurven der letzten Jahre ansieht, erkennt auch ohne veröffentlichte Details: Trotz geschwundener Opfer- und Spendeneinnahmen erhöhten sich die Gesamteinnahmen von 2013 auf 2016 um ca. 27 Prozent. Bei gleichgebliebenen Spendeneinnahmen würde dies (abzügl. aller sonstigen Faktoren) einer ungefähren Renditezunahme von ca. 40 Prozent entsprechen. Wenn man bedenkt, dass durch Gemeindeschließungen und damit verbunden Kirchen- und Grundstücksverkäufen die laufenden Betriebs- und nicht zuletzt auch Personal- und Reisekosten in nahezu gleichem Maße sinken, wie die Erträge steigen, lässt sich erahnen, welche Summen hier angehäuft werden für Personal- und Pensionskosten.

Diese dabei notwendigerweise entstehende und sich immer weiter potenzierende Rücklagenbildung - im Volksmund "Reichtumsanhäufung" - steht einerseits dem Wort Jesu diametral entgegen, nachdem Predigt und Mission umsonst zu geben seien, da man sie ja umsonst erhalten habe, zumal der Lohn dafür ohnehin ein himmlischer Lohn sein würde. Andererseits steht sie aber auch dem Wort des eigenen Kirchenoberhaupts entgegen (rechtes Bild von F.-C. Schlangens jüngstem Preisrätsel, siehe unten), welches besagt, dass wer reich ist in Jesus Christus, nicht mehr abhängig wäre vom Geld.

Hier kommt allerdings ein Stück weit jene altbekannte Interpretationbedürftigkeit ins Spiel, die uns aus kirchlichen Predigten noch im Ohr ist. Handelt es sich bei dem "Wir" im rechten Bild um einen Pluralis modestiae, der in der geweihten Instrumentalisierung christlicher Demut die Gläubigen miteinbezogen sieht, oder eher um einen Pluralis benevolentiae (auch Krankenschwesternplural genannt), mit dem Vertraulichkeit, u.U. sogar vermeintliche Augenhöhe suggeriert werden soll, oder gar um einen Pluralis maiestatis, zur Selbstbezeichnung der eigenen hoheitlichen Unabhängigkeit (inkl. aller damit verbun-denen Aussagen). Je nach gewählter Deutungsart bezieht sich das Wir der Geldunabhängigkeit in Christus dann entweder auf die Kirchenführung samt ihrer Mitglieder, oder auf den Chef der Kirche persönlich, oder aber nur auf die Gläubigen. Im letzteren Fall könnte man - je nach Situation bzw. Kontext - auch von einem Pluralis detractationis (Verarschungsplural) sprechen, frei nach dem Motto: Ätschibätsch, wir haben was, was du nicht hast ...


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Der neue Jahresmotto-Kalender ist da ...

Dank der großartigen grafischen wie teilweise auch textlichen Umsetzungsleistung der freischaffenden NAK-Kritiker (Franz-Christian Schlangen/canities news und Dieter Kastl/naktalk) konnte das neuaposto-lische Jahresmotto-Kalendarium mit nun der Realität entsprechenden Bildaussagen rechtzeitig fertig-gestellt werden. Das hier vorgestellte Deckblatt - im Original ungefiltert - zeigt die BAV-Gemeinschaft im letzten Jahr (siehe nak.org). Auch der dazu gehörige Text entspringt dem offiziellen Stand des Heiligen Geistes von 2018.

Dieser Kalender ist alternativ zum NAK-Kalendendarium des jeweils monatlich modifizierten Jahres-mottos zu sehen, in dem neuapostolische Christen ihre Sicht des göttlichen Reichtums zum Ausdruck bringen. Der nachfolgend zitierte Kalender lässt nun die Bezirksapostel selber zu Wort kommen, indem er zeigt, von welchem Reichtum sie ausgehen.

Leider ist dieser in seiner Aufrichtigkeit geradezu einzigartige Kalender wegen der nicht erwarteten Nachfrage nicht mehr an den üblichen Geldannahmestellen der Neuapostolischen Kirche erhältlich. Wir werden uns jedoch bemühen, Restbestände dieses Unikats  demnächst bei eBay anzubieten.

Nachtrag 1:

Ein erster Kalender ist, wie Canities News mittlerweile mitteilt, schon bei eBay aufgetaucht. Auch wenn der Anbieter nur einen einzigen Kalender offeriert, ist nicht bekannt, ob von anderer Seite nicht weitere Angebote folgen - je nachdem, wie gut dieser erste Kalender weggeht. Es bleibt spannend, wieviel den Mitgliedern diese Alternative wert ist.

Nachtrag 2:

Mittlerweile gehen wir auf das Zehngebot zu (8 Gebote sind es schon), wodurch die Sache einen alttestamentarischen Charakter bekommt: 10 Gebote gab Gott der Herr seinem Knecht Mose für sein auserwähltes Volk Israel - mal sehen, wie viel Gebote Gott der Herr für seine höchsten Knechte abgibt bzw. wie viel sie ihm wert sind ...

Nachtrag 3:

Das göttliche Zehngebot wurde bei der eBay-Versteigerung tatsächlich erreicht - ein vielsagender Zufall oder göttliche Fügung ...? Vielleicht werden wir irgendwann auch noch den glücklichen Bieter ausfindig machen, um ihm gratulieren zu können.


Gastmitgliedschaft in der ACK

Im April soll die Neuapostolische Kirche Gast-mitglied in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen Deutschland (ACK) werden. Das Problem ist jedoch: DIE neuapostolische Kirche gibt es gar nicht.

Was es gibt, ist ein Verbund eigenständiger neu-apostolischer Gebietskirchen e.V. in Deutsch-land, mit denen allen ein Gastmitgliedschaftsvertrag zu schließen wäre, da jede neuapostolische Gebietskirche rechtlich eine eigenständige Entität darstellt. Wie der freie Autor und Journalist Franz-Christian Schlangen zurecht herausgearbeitet hat, ist ein einzelner Mitgliedschaftsvertrag rechtlich gar nicht möglich. Der diesbezügliche Einwand der ACK, dass Kirche in erster Linie ein theologischer Begriff sei und dass sich die Frage, ob eine Gemeinschaft Kirche ist oder nicht, nicht danach bemesse, welche juristische Form sie habe, geht in der Frage von Mitgliedschaften ins Leere, denn Mitgliedschaft ist ein Begriff, der sich auf rechtlich einklag- und kündbare Gegebenheiten bezieht und sich somit nicht auf eine theologische, sondern nur auf eine juristische Einheit beziehen kann.

Das zeigt sich spätestens dann, wenn eine der neuapostolischen Gebietskirchen die Mitgliedschaft in der ACK zu kündigen wünsche, dies aber nicht kann, weil sie gar keinen eigenständigen und nur sie betreffenden Mitgliedschaftsvertrag mit der ACK abgeschlossen hat. Ganz zu schweigen davon, dass die eine oder die andere Seite den mit einem Mitgliedschaftsvertrag verbundenen Rechten und Pflichten nicht nachkommt, wodurch eine einklagbare Situation entstehen würde.

Rechtlich gesehen ist nämlich jegliche Aufnahme in einen Verein ein Vertrag zwischen dem Aufnahmesuchenden und der jeweiligen Aufnahmeorganisation. Der Aufnahmeantrag ist damit ein Angebot an eine aufnehmende Organisation, einen solchen Vertrag zu schließen. Dieses Angebot muss so konkret sein, dass die aufnehmende Organisation es durch ein simples „Ja“ annehmen kann. In diesem Zusammenhang muss der Vorstand der aufnehmenden Organisation wissen, wer genau in sie aufgenommen werden möchte. Daher müssen mindestens folgende Dinge aus dem Aufnahmeantrag klar hervorgehen:

  • Name und Anschrift des Bewerbers,
  • Geburtsdatum (um zu prüfen, ob die Zustimmung der Eltern erforderlich ist),
  • Name und Adresse des Vereins,
  • Wille, in den Verein aufgenommen zu werden.

Es dürfte im Fall der Aufnahme der neuapostolische Kirche interessant sein, diese Daten im Einzelnen zu überprüfen und ggfs. hinsichtlich ihres Aufnahmestatuses ebenso wie in Bezug auf die Rechte und Pflichten, die aus einem solchen Aufnahmeantrag entstehen, rechtlichen abzuklären.

 



Teil 2:  Theologische und religionswissenschaftliche                          Aufsätze und Artikel zu NAK

Im Folgenden befasst sich diese Unterseite zur neuapostolischen Kirche mit den theologischen und religionswissenschaftlichen Widersprüchen dieser Glaubensgemeinschaft, wozu auch jene Aspekte gehören, welche ihre spezifische Sektenthematik ausmachen. Damit dient diese Seite sowohl der eigenen Aufarbeitung als auch als Warnung für all jene, die - noch drinnen oder mit dem Gedanken des Eintritts spielend - Gefahr laufen, sich mit pseudo-christlichen Halbwahrheiten einlullen zu lassen von Systemagenten, die mit Christentum, wie es Jesus vorgelebt hatte, sehr wenig am Hut haben. Dies lässt sich anhand zahlloser Beispiele einwand- und widerspruchsfrei nachweisen. Einige dieser Beispiele, vor allem solche, die sich mit der theologischen Seite befassen, werden in den nachfolgenden Artikeln beschrieben.


       

       Exklusivismus ist ökumenefeindlich, nicht Exklusivität

 

Hinter obigem Titel (bitte anklicken) verbirgt sich ein auf NakTalk veröffentlichter Gastbeitrag zum Thema der Ökumenefähigkeit der Neuapostolischen Kirche.


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Neuapostolische Apostolizität kritisch hinterfragt (Oktober 2016)
Einige Anmerkungen zu einem Vortrag des neuapostolischen Cheftheologen, Dr. Reinhard Kiefer, zur Thematik der neuapostolischen Apostolizitätsvorstellung
Neuapostolische Apostolizität.pdf
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Mangelnde Ursachenforschung zur gegenwärtigen Glaubenskrise (Oktober 2016)
Die Klage des neuapostolischen Kirchenoberhauptes über die zunehmende Säkularisierung und sein Appell zu regelmäßigerem Kirchgang als Voraussetzung für eine Beziehung zu Jesus Christus bedarf einer genaueren Betrachtung.
Mangelnde Ursachenforschung zur gegenwär
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Ökumenisches Reinheitssiegel trotz exklusiver Erwählung - Teil III (um Auszüge eines Leserbriefes aktualisiert am 26. 09. 2016)
Das neuapostolische Pendant zur katholischen Glaubenskongregation feilt an einer neu geschärften Kirchen- und Erwählungsdoktrin
Ökumenisches Reinheitssiegel trotz exklu
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Ökumenisches Reinheitssiegel trotz exklusiver Gotteskindschaft - Teil II (Schluss aktualisiert am 26. 07. 2016)
Wird die Ökumenetauglichkeit der Neuapostolischen Kirche an ihrer exklusiven Gotteskindschaft scheitern ...?
Ökumenisches Reinheitssiegel trotz exklu
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Ökumenisches Reinheitssiegel hat nichts mit aufgeklärter Vernunft und religiöser Wahrhaftigkeit zu tun - Teil I (15.06.16)
Die Neuapostolische Kirche scheint mit ihrer Taktik erfolgreich zu sein, sich das ökumenische Gütesiegel mit augenwischerischer Kirchendiplomatie zu erkaufen ...
Aufgeweichte ökumenische Bewertungsmaßst
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In Fragen des neuapostolischen Ökumeneverständnisses (05.04. 2015)
In seiner Berliner Predigt zum Gottesdienst für Verstorbene rückte Stap. J.-L- Schneider die Autorität des neuapostolisches Apostelamtes in den Mittelpunkt des jenseitigen und diesseitigen kirchliches Interesses. Dabei entwickelte er ganz bewusst diverse Feindbilder ...
Zum neuapostolischen Ökumeneverständnis.
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Kommentar zur EZW-Einschätzung der Ökumenetauglichkeit der NAK (24.03.2014)
Kai Funktschmidt, wissenschaftliches Mitglied der Evangelischen Zentrale für Weltanschauungsfragen (EZW), hat in seinem jüngsten Artikel der NAK grundsätzliche Ökumenetauglichkeit bescheinigt. Die nachstehenden Kommentare auf der verlinkten Website zeigen, warum dies ein Irrglaube ist.
Ökumenische Fehleinschätzung der Neuapos
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Aufarbeitung von Unrecht (24.03.2014)
Die Aufarbeitung von Unrecht setzt grundsätzliche Lebenseinstellungen voraus, ohne die Aufarbeitung und nachfolgend Versöhnung nicht möglich sind. Dieser Artikel beschreibt, wie es gehen kann.
Vorbild in der Aufarbeitung von Unrecht.
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Ein (neu)apostolischer Nichtangriffspakt (04. Dez. 2014)
Nach außen und auf dem Papier hat nach fast 60 Jahren endlich Versöhnung stattgefunden zwischen der Neuapostolischen Kirche und Teilen ihrer hinausgeworfenen Kinder. Aber der Mangel an Voraussetzungen, ohne welche Versöhnung gar nicht möglich ist, lässt andere Ursachen ins Blickfeld geraten.
Ein (neu)apostolischer Nichtangriffspakt
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Neuapostolische Kirche zwischen Botschaftsaufarbeitung und ACK-Beitritt (21.11.2013)
Brief mit Aufsatz zur Frage der Versöhnungsbereitschaft der Neuapostolischen Kirche, gesendet als Verteiler an:
Dr. Harald Lamprecht und Dr. Reinhard Hempelmann,
Dr. Hansjörg Hemminger,
Dr. Kai Funkschmidt,
Anette Kick, Pfarrerin
Verantwortliche der ACK Frankfurt,
Ap. Armin Groß (VAG),
Stap. Jean-Luc Schneider (NAK),
Peter Johanning (NAK),
Thomas Gandow (Sektenbeauftragter)
Vergebung und Versoehnung setzen sichtba
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Kommentar zur Einschätzung der NAK seitens der EZW
Rudolf Stiegelmeyr / 23.03.2014 
Es wäre müßig, Dr. Funkschmidts nach Fehleinschätzungen zu analysieren hinsichtlich der Frage, was die NAK ist und was sie will bzw. warum sie dies will. Es möge genügen, darauf zu verweisen, dass der darin zum Tragen kommende Hauptirrtum bereits in der Ursachenfrage des Reform-prozesses liegt (Punkt 2). So ist es mitnichten so, dass das Aufbrechen der gewollten Selbst-isolierung der NAK aus ihr selber heraus entstand. Der Grund Richard Fehrs für eine begrenzte Öffnung lag in der in den 1980er Jahren nicht mehr zu verheimlichenden Erkenntnis, dass die eigene sektenhafte Führungs- und Glaubensverwaltungsmentalität weder zeitgemäß noch einer zunehmend mündiger werdenden Glaubensklientel noch vermittelbar war. Die durch das Vatikanum II auf religiöser und durch die 1968er Kulturrevolution auf säkularer Ebene ausgelöste Skepsis in großen Teilen vor allem der jüngeren Bevölkerung in Fragen autoritärer Führungsstrukturen und intransparenter Herrschaftsallüren ließ die Akzeptanz neuapostolischen Denkens zunehmend schwinden. Dies hatte Richard Fehrs Vorgänger im Amt, Stammapostel Hans Urwyler, bereits zu Beginn der 1980er Jahre erkannt und darauf mit einer Reihe von (teilweise heftigen) innerkirch-lichen Neuerungen reagiert.
Fehr setzte diesen Kurs weniger aus eigener Überzeugung als vielmehr aus der Erkenntnis heraus fort, dass eine Rückkehr in die sektiererischen Abschottungsstrategien der 1960er Jahre aus vielerlei Gründen nicht mehr möglich war. Ihm war zu dieser Zeit (Mitte der 1990er Jahre) noch nicht bewusst, welche medial umwälzenden Ereignisse durch das Aufkommen des Internet und der damit verbundenen und von unten erzwungenen Transparenz auf ihn und seine Kirche zukommen sollten. Einmal in Gang gekommen, ließen die kommunikativen Möglichkeiten des Internet und damit verbunden das immense Aufdeckungspotenzial der zahllosen Irrlehren und innerkirchlichen Missstände die NAK nicht mehr zur Ruhe kommen. Entgegen dem, was der Artikel mehr oder minder unterschwellig suggeriert und was EZW und ACK bis heute leider immer noch zu glauben scheinen, war die Kirchenführung in keiner der daraus entstehenden Entwicklungen der proaktive Handlungsträger, sondern immer nur der reaktive Handlungsgezwungene. Auch wenn die NAK-Kirchenführung dies ebenso naturgemäß wie systemisch blind bis heute leugnet – die Wahrheit ist erwiesenermaßen - in zahllosen Internetartikeln (siehe die Bilderlinks ganz oben) ebenso wie in Büchern - die, dass die Verantwortungsträger der NAK immer nur scheibchenweise das einge-standen bzw. zu verändern trachteten, was sich entweder nicht mehr länger leugnen ließ oder aber so offenkundig falsch war, dass ein weiteres Beharren ihrer Glaubwürdigkeit mehr geschadet hätte als ein Eingeständnis in die eigene Fehlerhaftigkeit. Man nennt dies im NAK-Neusprech "Lehr-schärfungen", was allerdings der tatsächlichen Wirklichkeit nicht immer gerecht wird. Denn Lehr-schärfungen sind nur die eine Seite. Sie ist zu trennen einerseits von Lehränderungen (z.B. die stammapostolische Schlüsselgewalt über die Jenseitsbereiche oder die inhaltliche Verschiebung der Exklusivität im Taufsakrament hinein in das Versiegelungssakrament usw.) und andererseits von dogmatischen Änderungen (z.B. das Dogma der Bischoff-Botschaft usw.). Im Gegensatz zu den Schärfungen wurden die Änderungen wenn überhaupt so nur bruchstückhaft dem Glaubensvolk mitgeteilt und schon gar nicht der Versuch unternommen, damit gleichzeitig den völlig unchristlichen Anspruch der apostolischen Irrtumslosigkeit aufzugeben - denn das wäre seit langem der erste notwendige Schritt zu einer Ökumenebereitschaft.
So kann im Zusammenhang mit den ständig hinterher hinkenden theologischen wie ekklesiolo-gischen Anpassungen an längst erkannte christliche Wirklichkeiten in keiner Weise von einem Reformprozess, geschweige denn von Ökumenefähigkeit gesprochen werden. Diese würden, neben Reformfähigkeit und -willigkeit, vor allem auch Offenheit und Kritikfähigkeit sowie Wahrheits-fähigkeit voraussetzen, alles Eigenschaften, die der NAK samt und sonders fehlen. Auch der neue Katechismus ist für den, der zwischen den Zeilen zu lesen gelernt hat und das Wording der NAK kennt, nur eine Verklausulierung der altbekannten Sektendenke, nach denen sich das Werk Gottes und alle damit verbunden Heilsexklusivismen und erlösungsorientierten Zukunftsgarantien dank des hauseigenen Apostolats ausschließlich in der NAK befinden, weshalb aus dieser Binnensicht das übrige Christentum zum Schrumpfchristentum herabgewürdigt wird. Daran rütteln auch die vielen schmeichelnden Ergebenheitsadressen und Reformbeteuerungen in Richtung der ökumenischen Dachverbände nichts. Um es in den Worten eines zeitgenössischen Philosophen zusagen: Solang das alte Gift von Drohbotschaft statt Frohbotschaft, von Exklusivismus statt Inklusivismus, von bedingungshaftem statt von universalem Heil, von autoritär-hierarchischem statt partnerschaft-lichem Miteinander usw. noch im Glaubensschrank steht, bestimmen in der Außenwahrnehmung lediglich die zeitlichen Verhältnisse bzw. kirchenpolitischen Machtkonstellationen und nicht reform-bedingt gewonnene Überzeugungen, ob (und ggfs. wann) das Gift wieder gesellschaftsfähig wird oder nicht. In der Binnenwahrnehmung steht ohnehin das exklusivistisch vertretene Alleinstellungs-merkmal der endzeitlichen Heimholung der hauseigenen Glaubenselite. Mit den Worten der amerik.-luther. Religionswissenschaftlerin Barbara Rossing aber bedeutet dies nichts anderes als: "Solange es Endzeitgemeinschaften gibt, die eine exklusive (oder gar heimliche) Entrückung zum Ziel ihres Glaubens machen, solange können und müssen solche Gemeinschaften als unchristliche Sekten angesprochen werden. Die traumatische Art der dadurch psychisch Geschädigten lässt keine andere Schlussfolgerung zu." 

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Leberstellungnahme zur Bischoff-Botschaft (geringfügig den jüngsten Entwicklungen angepasst im Juni 2013)
Kommentar zur Stellungnahme von Stap. W. Leber zur Botschaft, der das eigentliche Übel in den Mittelpunkt stellt.
Leberstellungnahme zur Botschaft.pdf
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Die Verteidigung der Botschaft des J.G. Bischoff (Dezember 2007)
Ehemals auf 'Mediasinres' veröffentlichter Fachaufsatz zur Thematik des neuapostolischen Botschaftsglaubens, der beispielhaft steht für den biblischen wie theologischen Aberglauben von Endzeitsekten
MIR-Botschaftsaufsatz.pdf
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NAK-Katechismus-Ära (in blau aktualisiert am 12. Mai 2013)
Der evangelische Kirchentag in Hamburg hat erste kritische Reaktionen zum neuen NAK-Katechismus laut werden lassen. Einige der wesentlichen Problemfelder kommen hier zur Sprache.
Die Katechismus-Ära der NAK.pdf
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Aus Gnaden erwählt ...? (aktualisiert Sept. 2012)
Auszug aus meinem gleichnamigen Standardwerk zur Neuapostolischen Kirche (Band 1)
Aus Gnaden erwählt.pdf
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Christliche Exklusivismen (Dez. 2010)
Gedanken zur viel diskutierten Thematik der Ökumeneunfähigkeit der Neuapostolischen Kirche auf CiD und Glaubenskultur, eine Unfähigkeit, die in unterschiedlicher Form und Intensität auch andere Glaubensgemeinschaften werden überwinden müssen.
Kap.4-Heilspartikularismen.pdf
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Beansprucht oder Beauftragt? (Oktober 2009)
Fachaufsatz von Roland Z. zur Frage der Legitimation des neuapostolischen Apostolats
Beansprucht+oder+Beaufragt.pdf
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Neuapostolische Heilsverständnisse (November 2007)
Ehemaliger MIR-Kommentar zu den Aussagen von Apostel Volker Kühnle in der Frage des neuapostolischen Heilsverständnisses und seiner Konsequenzen
Neuapostolische Heilsverständnisse.pdf
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Geburtsstunde der Neuapostolischen Kirche

 

Im Jahr 2013 veröffentlichte die Hessische Gebietskirche der NAK eine Geschichtsserie, welche das angeblich 150-jährige Bestehen der NAK propagiert und deren Geburtstag geschichtlich auf das Jahr 1863 datiert.

Dieser Auszug aus meinen zweiten Band "Aus Gnaden erwählt" dient der relativierenden Richtig-stellung dieses neuapostolischen 'Glaubens-' und konfessionellen 'Übernahmeanspruchs' - um nichts anderes handelt es sich. Leider konnten sich in der Kirchenleitung die Hardliner wieder mal durch-setzen und so wurde 2013 zum 150. Jubiläumsjahr der Kirche bestimmt - auch wenn die Fakten samt und sonders dagegen sprechen. (Näheres dazu in meinem zweiten Band "Aus Gnaden erwählt ...?")

 


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