Religionsfundamentalismus am Beispiel der Neuapostolischen Kirche

Inhalt dieser Unterseite (mit Aktualisierungsdatum)

 

Teil 1    Ein Aufriss der Problemfelder in der NAK

  1. NAK-kritische Webseiten (März 19)
  2. Persönliche Gründe (pdf-Dokument/Jan. 19)
  3. Worum es geht (9. Juni 19)
  4. Neues Amtsverständnis (dieser Beitrag ist in den Teil 2 verschoben worden)
  5. Interner Widerstand scheitert ... (März 19)
  6. ... am Glaubenssyndrom (März 19)
  7. Spirituelle Manipulation ... (April 19)
  8. ... am Beispiel eschatologischer Gratwanderung (Mai 19)
  9. Finanzielle Manipulation (Juni 19)
  10. Ökumenische Manipulation (Mai 19)
  11. Internationaler Jugendtag 2019 ( 05. Juni 19)

Teil 2    Theologische/religionswissenschaftliche Aufsätze

  1. Scheinreform Amtsverständnis (aktualisiert Pfingsten 2019)
  2. Neue Auferstehungsordnung (Mai 19)
  3. Eschatologische Realsatire (März 19)
  4. Ethischer Haken neuapostolischer Eschatologie (März 19)
  5. Exklusivismus versus Exklusivität (Juni 18)
  6. Neuapostolische Apostolizität (Okt. 16)
  7. Ursachenforschung Glaubenskrise (Okt. 16)
  8. Ökumenisches Reinheitssiegel - Teil III (Sept. 16)
  9. Ökumenisches Reinheitssiegel - Teil II (Juli 16)
  10. Ökumenisches Reinheitssiegel - Teil I (Juni 16)
  11. Fragen zum neuapostolische Ökumeneverständnis (April 15)
  12. EZW-Einschätzung neuapostolischer Ökumenefähigkeit kommentiert (März 14)
  13. Aufarbeitung von Unrecht (März 14)
  14. Neuapostolischer Nichtangriffspakt (Dez. 14)
  15. Zwischen Botschaftsaufarbeitung und ACK-Beitritt (Nov. 13)
  16. Kommentar zur EZW-Einschätzung der NAK (März 14)
  17. Leber-Stellungnahme Bischoff-Botschaft (Juni 13)
  18. Die Verteidigung der Botschaft (Dez. 07)
  19. NAK-Katechismus (Mai 13)
  20. Aus Gnaden erwählt ...? (Sept. 12)
  21. Christliche Exklusivismen (Dez. 10)
  22. Beansprucht oder Beauftragt ...? (Okt. 09)
  23. Neuapostolische Heilsverständnisse (Nov. 07)
  24. Die Geburtsstunde der NAK (Sept. 13)
  25. Auswahl an Kommentaren auf anderen Webseiten


Teil 1: Ein Aufriss der Problemfelder in der NAK

1. Kritische Seiten mit ähnlicher Zielorientierung

 

Gleich zu Beginn dieser Unterseite sei auf die drei bekanntesten NAK-Kritikerseiten verwiesen, die zwar im Aufbau, den gewählten Themen sowie deren Bewertung unterschiedlich sind bzw. deren Wahrheits-anspruch im Einzelfall auch unterschiedlich gewichten, deren Anliegen aber relativ ähnlich ist, nämlich gemäß Paulus dafür Sorge zu tragen, dass die Werke der Finsternis - was immer das sein mag und wo auch immer sie auftreten - aufgedeckt und im Licht der Wahrheit und damit Erkenntnis für alle als solche kenntlich gemacht werden (Epheser 5,10-13). Dabei sei selbstkritisch vermerkt: Sicherlich haben auch wir als kritische Stimmen nicht der Weisheit letzten Schluss gepachtet oder die ultimative Wahrheit im Gepäck, aber darum geht es auch nicht. Es geht, um es mit Voltaire zu sagen, vielmehr darum, dass, wo immer es geht, das erkennbar Bessere als Feind des Guten anzustreben wäre, weil nur so Fortschritt möglich ist.

Vor allem im Gegensatz zu dem als kritische Internetseite getarnten neuapostolischen Unterhaltungs-magazin "Glaubenskultur", welches als ehemals pseudokritische Internetseite in den 1990er Jahren begann, sich aber wie das Netzwerk Apostolische Geschichte mittlerweile nahezu gänzlich zum Strohmann der Kirchenleitung entwickelt hat - u.a. wohl auch, um gewisse Bedürfnisse semioffiziell abzudecken und Kritik im Sinne der Kirchenleitung zu kanalisieren -, schreiben die genannten Seiten völlig unabhängig von der neuapostolischen Kirche und sind einzig der Wahrheit im Sinne des besseren/lautereren Arguments verpflichtet. Anders als der Glaubenskulturbetreiber, Michael Koch, behauptet, rekrutierte sich der Großteil der Kritikerszene nämlich nicht aus negativen persönlichen Lebensumständen heraus, sondern - und das Internet zeigt dies bis heute in aller Deutlichkeit - aus den Missständen innerhalb der NAK, die mit Beginn des Internet Mitte der 1990er Jahre zum ersten Mal einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden. Kritikerurgestein Siegfried Dannwolf hat dazu in einer Gegendarstellung eindeutig Stellung genommen. Solche Behauptungen, wie M. Koch sie liefert, zeigen im Umkehrschluss die tatsächlichen Interessen, unter denen er seine Webseite ins Netz stellt und was von seinen Artikeln zu halten ist. Und für dieses 'Privileg' von im Schnitt ein bis zwei Artikeln im Monat müssen die Mitglieder auch noch teures Geld zahlen. Aber gut, bei den Vorbildern ist das wohl nicht anders zu erwarten ... 

Wie sehr Koch falsch liegt mit seiner Kritikereinschätzung (in seinem Artikel "20 Jahre Beharrlichkeit führten zum Ziel") zeigen übrigens nicht nur die Kritikerseiten und -bücher zum Thema der NAK, sondern zahlreiche Bücher (auf die Buchempfehlungen schauen) in Bezug auf im Grunde alle Kirchen - Sekten wie Großkirchen gleichermaßen. Auch dort hatte vor allem das Internet zahlreiche substanzielle und unwiderlegbare Argumente gegen das System Kirche und deren klerikale Führer vorgebracht, was beweist, dass es einen riesigen Nachholbedarf an öffentlicher Kritik zum Thema Religion und Kirche gibt. Nicht zuletzt aus dieser Perspektive zeigt sich, wie bewusst Koch in treuer neuapostolischer Manier an der Wahrheit vorbeiredet, wenn und insofern diese unangenehm ist oder anderweitig nicht ins Konzept traditionsschwangerer Gefühlsduseleien passt.

 

Sowohl psychologisch als auch theologisch fundierte und äußerst transparente Aus-stiegshilfen für alle, die am System NAK oder an einzelnen Menschen zu scheitern drohen. Eine beachtliche Sammlung und schlüssige Interpretation an und von hi-storischem wie aktuellen Beweismaterial, warum das System NAK nicht, oder bestenfalls begrenzt hilfreich sein kann.

Ein Webmagazin, das Klartext spricht und schreibt - ohne Wenn und Aber. Nichts für religiös Unschlüssige und Zauderer, die Hilfen suchen, um ihre Glaubensheimat  ohne Schaden zu verlassen (oder gar noch zu retten). Dafür aber  eine Seite, die sich nicht verbiegen lässt in der Frage nach der Sinnfälligkeit von Religion und religiösen Denk- und Glaubensmustern.

Wer die 'andere' Seite der NAK kennen-lernen will und nach neuapostolisch nach-vollziehbarem Material sucht in der Frage, was in seiner Kirche schief läuft, der wird hier fündig mit bestechlich aufschlussrei-chem Material, das kein neuapostolisches Fettnäpfchen auslässt, vor keinem Verbot zurückschreckt und - vor allem - Aufrichtig-keit und Wahrhaftigkeit einfordert.




Download
2. Ursachen und Grundlagen für diese Unterseite zur NAK (2018)
Ein kurzes Resumè, warum wir der neuapostolischen Kirche vor ca. 10 Jahren nach reiflichem Überlegen den Rücken kehrten
Austritts-Kurzanalyse.pdf
Adobe Acrobat Dokument 449.8 KB

3. Worum es geht ...

 

Definition: Fundamentalismus ist eine Überzeugung, Anschauung oder Geisteshaltung, die sich durch ein kompromissloses Festhalten an ideologischen oder religiösen Grundsätzen kennzeichnet und das politische Handeln bestimmt. Im ursprünglichen Sinne bezeichnet Fundamentalismus eine Richtung und Bewegung des amerikanischen Protestantismus, die davon ausgeht, dass die Bibel unmittelbares Wort Gottes ist und daher irrtums- und fehlerfrei sei. Im weiteren Sinne bezeichnet Fundamentalismus eine übersteigerte Form ethnisch-kultureller oder religiöser Identität, die sich oft durch extremen Traditionalismus und Autoritarismus auszeichnet.

Genau um diese ideologisch völlig übersteigerte und mit nichts zu rechtfertigende Geisteshaltung geht es in der Betrachtung des religiösen Fundamentalismus der neuapostolischen Kirche. Rund ein halbes Jahrhundert Mitgliedschaft in ihr haben tiefe Spuren hinterlassen. Spuren, die einerseits beschämend und niederdrückend sind, beweisen sie doch wie unkritisch-naiv man die längste Zeit seines Lebens einem religiösen Wunschdenken aufsaß, und andererseits wütend machen ob der Ungeniertheit und zunehmenden Skrupellosigkeit, mit der die neuapostolischen Sektenführer und Systemagenten ihre Schäfchen hinters Licht führen. Ob dies im Einzelfall immer bewusst oder gar mit der Absicht des geistigen Betruges geschieht, sei dahingestellt - die meisten Systemagenten eines Unrechtssystems glauben selber an die Richtigkeit dessen, was sie vertreten. Sie tun dies nicht zuletzt deshalb, weil Recht von Unrecht und Wahrheit von Irrtum nicht immer sofort und für alle ersichtlich zu unterscheiden ist. Dazu bedarf es in allen systemischen Strukturen der notwendigen fachlichen (theologischen, soziologischen, psychologischen usw.) ebenso wie unabhängigen Expertise. Genau solches aber wird im Fall von Herrschafts- oder Unrechtssystemen tunlichst vermieden - wer sägt schon an dem Ast, auf dem er sitzt.

Da werden mittlerweile zwar hauseigene Theologen beschäftigt und hin und wieder hört man sich auch die eine oder andere psychologische Expertise an, aber die generelle Richtung wird in allen Bereichen von fachlichen Laien aufgrund einer heilig-geistlich geglaubten spirituellen Führung vorgegeben, und zwar bis heute wider besseren Wissens. So etwas nennt man in den Sozialwissenschaften "Kompetenz-Vortäuscher". Sie geben Kompetenz vor, wo eigentlich gar keine sein kann. Denn auch kein noch so göttlicher Geist kann Erkenntnisse erwecken, die überhaupt nicht im Denkradius eines Menschen vorhanden sind. Und das macht diese Scheinführer vor allem eines: unglaubwürdig. Sie machen Fehler, sind aber für deren Folgenbeseitigung nicht haftbar (Bischoff lässt grüßen) und verringern so den Handlungsspielraum für kompetentere Nachfolger. Um mit ihrer Inkompetenz nicht aufzufallen, um-geben sie sich zudem gerne mit noch Inkompetenteren. Unfähigkeit zieht sich gegenseitig an, es kommt zu einer "Bozo-Explosion" an der Spitze von Hierarchien, verstetigt durch lebenslange Ver-beamtung (im NAK-Jargon Ordination in die apostolisierte Unkündbarkeit). Nimmt man dann noch den "In-Group-Bias" sowie die Inkompetenz dazu, die eigenen Inkompetenzen zu erkennen ("Dunning-Kruger-Effekt") werden Institutionen zu Parodien ihrer selbst.

Eine dieser Parodien ist die über Jahrzehnte eingetrichterte Vorstellung vom 'Amt der Versöhnung', welches im völligen Einssein das Volk Gottes auf den Tag des Herrn zubereiten würde. Wie wenig Einssein in dieser Herrschaftsriege herrscht, hatte Bez.-Ap. Michael Kraus (Kanada) bewiesen, als er mehrfach gedroht hatte, mit seinen Gläubigen aus der Kirche auszutreten, wenn seine Bedingungen nicht erfüllt würden. Selbst Stap. Richard Fehr musste rückblickend feststellen, dass er das Glaubens-schiff nur mit viel Diplomatie auf Kurs halten konnte und dabei hier und dort auch immer wieder mal heftig durchgreifen musste. Stap. Hans Urwyler hatte zuvor schon resignierend feststellen müssen, dass diejenigen, die er angewiesen hatte, die Botschaftstragik redlich aufzuarbeiten (Gottfried Rocken-felder und Fritz Bischoff), ihn schmählich im Stich ließen - was allerdings auch nicht verwunderlich ist, waren sie doch die Drahtzieher der Botschaftslüge gewesen. Die Beispiele ließen sich beliebig fort-setzen, die zeigen, wie wenig wirkliches Einssein im Apostelkreis herrscht.

Eine weiter Parodie des Werkes Gottes sind die ständigen Lehrerweiterungen, die in regelmäßigen Abständen dem Fußvolk - einmal als Reform, das andere mal als geistliche Weiterentwicklung und wieder ein anderes mal als zeitbedingte Weiterentwicklung des apostolischen Amts- und Lehrkörpers usw. - verkauft werden (siehe z.B. den Artikel "Scheinreform Amtsverständnis" vom Juni 19 im Teil 2). Mit ein klein wenig Recherche ließe sich der Schein dieser Neuerungen schnell aus dem Internet entnehmen, aber die meisten Gläubigen sind entweder zu lethargisch und/oder sozial zu tief verwurzelt in dieser Kirche und ihren Wunschschlössern, um sich diese Mühe zu machen bzw. den Willen aufzubringen, oder aber sie haben zu große Angst, dass das, was bei diesen Recherchen rauskommen könnte, ihre Welt- und Gottesbilder viel zu sehr erschüttern würde, um damit weiter friedlich - sprich ohne geistigen Aufwand - leben zu können. Warum sonst gibt es keinerlei Aufschrei beim Volk Gottes, trotz ständiger Veränderung von Dingen, die einmal als unveränderlicher Gotteswille verpredigt worden waren ...

Sicherlich, die neuapostolische Kirche ist mittlerweile nach außen, also was die äußerlichen Formen und Normen angeht, offener geworden. Sie sakralisiert nicht mehr die vielen Gebötlein (Originalton Richard Fehr) und zwingt sie den Gläubigen als Gottes Wille auf. Insofern ist sie äußerlich weniger sektenhaft als z.B. die Mormonen oder die Zeugen Jehovas, wiewohl sich auch diese nicht gänzlich dem Lauf der Zeit entgegenstemmen können. Das Leben in der NAK ist scheinbar ganz normal, ohne nennenswerte Nachteile oder soziale Komplikationen. Erst bei genauerem Hinsehen und eingehendem Studium der neuapostolischen Theologie wird deutlich, wo ihre Wurzeln liegen und wie verheerend ein gutmütig kindlicher Glaube sich darin auswirken kann - nicht muss, kann, denn das hängt von vielen sozialen und individuellen Strukturen und Lebensumständen ab. Wer eine gute Bildung sein eigen nennt, wahrheitsliebend ist und nicht alte Zöpfe um der Väter Erbe willen verehrt o.ä., der wird sich der konstruktiven Kritik an dieser Glaubensgemeinschaft nicht entziehen können. Wer andererseits Ängste hat, psychisch labil ist und familiären Halt sucht usw., der hat u.U. die Freiheit des Menschseins an der Kirchentür abgegeben, ohne sich dessen wirklich bewusst zu sein.

 

5. Doch kaum einer wehrt sich ...

 

Dies ist einer der Gründe, warum sich eingefleischte Mit-glieder niemals öffentlich wehren werden. Lieber verdrängen sie alle Zweifel und überlassen es der göttlichen Führung, sie zur rechten Zeit zu schützen oder vor größerem Leid zu bewahren. Wenn hier bereits der Begriff Sekte (Sektenführer) gefallen ist, dann sei darauf hingewiesen, dass der Begriff "Sekte" in diesem Zusammenhang nicht im theologischen, sondern im soziologischen Sinn gebraucht wird. Es geht also nicht um theologische Abweichungen von etwas, was Kirche als "rechten Glauben" definierte - dies führt erfahrungs-gemäß in eine Sackgasse, da die Frage nach einer wie immer zu ver-stehenden "Rechtgläubigkeit" (die es in einer solchen Verall-gemeinerung im Grunde gar nicht geben kann) sich theologisch nicht beweisen lassen würde -, sondern um körperlichen Missbrauch (ja, den gibt es innerhalb der geheiligten NAK-Mauern auch), spirituelle Manipulation oder geistlichen Missbrauch. Der scheinbar theologische Aspekt der Verbreitung teilweise unchristlicher Lehren ist dann eher ein 'unerwünschtes Nebenprodukt' des geistlichen Missbrauchs. Obwohl diese Missstände seit nunmehr mehr als 20 Jahren im Internet wie in vielen Büchern plausibel nachgewiesen und zum Teil tiefschürfend recherchiert und dokumentiert wurden, ist die Zahl derer, die aufbegehren und Antworten wollen äußerst gering. Selbst nach entsprechend manipulierenden Predigten rührt sich kaum jemand.

Kurz zur Unterscheidung zwischen spiritueller Manipulation und geistlichem Missbrauch. Beide Begriffe sind relativ ähnlich und überschneiden sich in Teilen. Grundsätzlich aber gilt: Während spirituelle Manipulation auf fehlgeleitete kirchliche, religiöse oder esoterische Lehren abhebt, die als alleine richtig und notwendig heilsbringend verkündigt werden (ohne deren Akzeptanz man seelisch verloren ist), handelt es sich beim geistlichen Missbrauch um den Einsatz geistlicher Autorität (unter göttlicher Legitimation) zum Ausbau der eigenen Machtposition, mit der seinerseits wiederum das kirchliche Amt und seine scheinbar notwendige göttliche Mittlerschaft rückwirkend unangreifbar gemacht werden. Beide Formen des Missbrauchs gibt es nicht nur in Sekten und sektenartigen Sondergemeinschaften, sondern innerhalb der Religionen insgesamt.

Dies hat seine Ursachen u.a. darin, dass Religion sich im Zuge der Kulturevolution vor Tausenden von Jahren als kulturell auskristallisierte Form der Religiosität entwickelt hatte und somit den Keim der Institutionalisierung und Klerikalisierung bereits in sich trug, während Religiosität dem Menschen von Geburt an eigen ist - völlig ohne Organisation oder Institution. Religiosität als urmenschliches Streben nach innerer Freiheit und Erlösung von jeder Form menschlicher Kontingenz, betrifft somit auch Atheisten und Agnostiker, wie Studien des "Advancing scientific understanding of 'unbelief' around the world" zeigen. Der Grund dafür liegt u.a. in der unterschiedlichen Verwendung des Glaubensbegriffes, der einerseits die Grundlage für Religiosität bildet und als solcher in unserem Menschsein angelegt ist, während er andererseits auch als Objekt für die unterschiedlichen Formen institutionalisierter Religion bzw. deren religiösen Inhalten fungiert. Die Weltanschauung von Atheismus oder Agnostizismus be-zieht sich nur auf diesen letzteren Fall, da es in diesen im Grunde nur um die Ablehnung oder das Fehlen dieser Form des Glaubens geht.

Erst von daher konnte der kath. Konzilstheologe Karl Rahner den Begriff vom 'anonymen Christentum' prägen, welches die göttliche Wahrnehmung als Urform der Religiosität in sich trägt - völlig ohne jede Form von Kirche oder Gemeinschaft. Jesus sprach in diesem Zusammenhang auch immer wieder den Glauben an, den er gerade bei den (religiös nicht institutionalisierten) Heiden vorgefunden hatte und der oft ehrlicher und aufrichtiger war als bei denen, die sich über das Einhalten von Ge- und Verboten als 'Volk Gottes' verstanden, aber kaum Glauben zeigten.

Interessant bei all diesen Blickwinkeln ist, dass es spirituelle Manipulation nur in Formen der Religion geben kann, nicht aber in Formen von Religiosität. Durch dieses Manipulationspotenzial wird deutlich, wie sehr die Lebensphilosophie Jesu weg war von Kirche und kirchlicher Institution. Mit Sicherheit hätte er vor den manipulativen Gefahren gewarnt oder wäre auf diese Gefahren auf die eine oder andere Art und Weise eingegangen. Vielmehr lehrte er Dinge, die sich zwar durch religiöse Institutionalisierung für falsche Zwecke instrumentalisieren lassen, aber die Jesus aus einem ganz anderen Licht betrachtet und verkündigt hatte. Einem Licht, das außerhalb von institutioneller Religion lag, mithin also die Religiosität der Menschen allein ansprach. Dies verhinderte jegliche Gefahr spiritueller Manipulation. Anders die Religionen und ihre individuellen sonderkirchlichen Ableger.

In seiner diesjährigen Neujahrspredigt (2019), um nur ein jüngeres Beispiel für spirituelle Manipulation zu nennen, offenbart der neuapostolische Geistliche, Bischof Jürgen Gründemann, ein Paradebeispiel für spirituelle Manipulation. Erst stellt er die eher rhetorische Frage: "Ist man wirklich immer am Reichtum Christus interessiert, oder bevorzugt man lieber ein bequemes Leben?“  (Wobei vorab jeglicher Beantwortung näherhin zu explizieren wäre, was den Reichtum Christi von einem bequemen Leben unterscheidet.) Alsdann leitet er fast unmerklich mit der geschickt formulierten Fragestellung, wie man diesen göttlichen Reichtum denn nun erlangen könne, über auf das, was mit diesem Reichtum Christi aus neuapostolischer Sicht wirklich gemeint sei. Gründemann: "Indem man sich unter den Willen Gottes (= die Anordnungen der Kirchenführung, da diese sich als göttliche Mittler verstehen) und die eigenen Gaben in den Dienst Gottes (= in den Erhalt sowie der Verbreitung seiner Kirche, die als "Werk Gottes" gesehen wird) stelle, bereit ist zu opfern (= sowohl Zeit- als auch Geldopfer für die Kirche und ihre Führer),  sowie auch die Amtsträger annehme (= Euphemismus für Verzicht auf kritisches Denken und kritische Fragen, da sich in diesen Amtsträgern qua Amtsstatus die göttliche Vollmacht offenbart/vgl. Scheinreform Amtsverständnis im Teil 2)." *

*Die Deutungen in den Klammern dahinter

lassen sich auf den verlinkten Webseiten

 wie in meinen Büchern alle nachweisen...

 

6. Glauben steht immer über Vernunft und Denken 

"Ohne Glauben ist's unmöglich, Gott zu gefallen usw...."; Aussagen wie diese (vgl. Hebr. 6, wobei der ganze Hebrä-erbrief voll davon ist), war und ist die Grundlage, auf der die neuapostolische Apostellehre ebenso wie das ganz Apostel-system aufbaut. Auf diese völlig verdrehte Form von Glau-ben bauen dann auch neuapostolische Fundamentalbe-griffe wie 'Glaubensgehorsam'. Unabhängig ihrer gnaden-losen Dekontextualisierung wird hier aber der Bock zum Gärtner gemacht. Es geht nicht länger um Erkenntnisge-winn, welche durch den Heiligen Geist, der in alle Wahrheit führen würde, zu erlangen wäre, sondern um dogmatischen Wahrheitsbesitz, der in Form eines unerschütterlichen Glaubens daherkommt.

Aber genau darauf baut die neuapostolische Apostellehre und alleine darum geht es den hochbe-zahlten NAK-Führern wirklich: Über die Instrumentalisierung scheinbar göttlicher Anordnungen findet eine spirituelle und nicht zuletzt auch finanzielle Ausbeutung der Gläubigen statt. Diese werden mit scheinbar göttlichen Segensmechanismen und ansonsten vagen Versprechungen geködert, um sie dann in der Zwangsjacke blinden Glaubens und Gehorsams in ihre Führung zu binden.

Dabei geht es im Römerbrief um etwas ganz anderes. Das griechische Wort 'hypakoe pisteos' wird seit Luther meist mit 'Gehorsam des Glaubens' oder 'Glaubensgehorsam' übersetzt. Dabei kann der Akt des Glaubens niemals ein Gehorsamsakt sein, da Glauben und Gehorsam sich von ihrer Ursächlichkeit her diametral unterscheiden. Und genau darum geht es, denn 'pistis' (Glauben) bedeutet bei Paulus zunächst 'Trauen/Vertrauen', weist somit hin auf eine Haltung gegenüber einer Person. Der Zusam-menhang ist einleuchtend, denn erst indem ich einer Person vertraue, eröffnet mir die Möglichkeit, den jeweiligen Inhalt des Glaubens anzunehmen. Mithin geht es gerade nicht um eine Art der Unterwer-fung unter den Willen eines anderen, schon gar nicht, wenn dieser mit dem Anspruch einer amtlichen Pflicht oder Autorität auf mich zutritt.

Insofern ist es naheliegend, auch den Begriff 'hypakoe' in Röm 1,5 nicht mit 'Gehorsam' zu übersetzen, zumal das Thema des Römerbriefs Glauben im Sinn eines beziehungshaften Vertrauens ist und nicht ein untertäniges Gehorchen. Vielmehr geht es um ein Akzeptieren der frohen Botschaft, indem ihrem Urheber - Gott - Vertrauen entgegengebracht wird. Es geht mithin um das gesamte Beziehungsprinzip zwischen Gott und Mensch, in dem der Akt des Glaubens zur Akzeptanz der göttlichen Botschaft bzw. des göttlichen Willens wird. Nicht Gehorsamsakt gegenüber menschlicher Autorität, sondern Ver-trauensprinzip gegenüber göttlicher Liebe und Fürsorge. Die Kirchen, allen voran die röm.-kath. Kirche, haben daraus ein hierarchisches und nicht zuletzt auch politisches Machtgefüge gemacht, in dem es um Befehl und Gehorsam, und, vor allem im Fall der neuapostolischen Apostel, um Segensgewährung und Segensentzug geht.

Trotz der Tatsache, dass diese Missstände sich teilweise offen und vor vielen Zeugen abspielen, rührt sich kaum jemand. Einerseits wurden die Mechanismen von Hörigkeit und das dazugehörige mittelalterliche Drei-Affen-Prinzip ("Audi, vide, tace, si tu vis vivere pace": zu deutsch: Höre, sieh und schweige, wenn du in Frieden leben willst) über die Jahrzehnte heftigst in die Hirne der Gläubigen eingebrannt. Zu heftig, als dass die Mitglieder den Mut aufbrächten, mit den Füßen abzustimmen und die NAK-Führung zur Rechenschaft zu ziehen. Andererseits stellt sich ganz natürlich die Frage nach dem Warum des Aufbegehrens und Kämpfens gegen Windmühlenflügel - wo doch der viel einfachere Weg der des Abwanderns ist. Dies freilich ist in allen Sekten und fundamentalistischen Gemeinschaften so - es ist quasi ihr Charakteristikum. 

Grund Nr. 1 - Arroganz & Ignoranz   

Hauptgrund für diesen Zustand ist die historisch wie ekklesiologisch bedingte Ignoranz der Kirchenleitung, die Bedürfnisse oder Vorschläge der ihr anvertrauten Gläubi-gen auch nur ahnungsweise zur Kenntnis zu nehmen. Zwar war auf Druck der durch das aufkommende Internet aufgedeckten Missstände Mitte der 1990er Jahre ein sog. Gremium für besondere Angelegenheiten (GbA) ins Leben gerufen worden. Aber das war lediglich als Anhörungs-stelle gedacht, um aus erster Hand zu erfahren, was die Kritikerseite überhaupt an Beweismaterial zur Verfügung hätte. Es war von Seiten seiner Initiatoren nie als Organ zur gemeinsamen Erörterung oder gar Diskussion von geistigen oder geistlichen Defiziten betrachtet worden. Aber auch alle sonstigen Versuche, direkt oder indirekt mit der Kirchenleitung auf Augenhöhe über Probleme und Missstände zu reden, wurden von der Kirchenleitung samt und sonders niedergeschmettert. Dies war auch nicht anders zu erwarten, denn ein Amts- bzw. Apostelverständnis, das über eine höhere Wahrheit verfügt als der Rest der Menschheit, wird niemals andere Erkenntnisse gelten lassen - seien sie auch noch so richtig und unwiderlegbar. Dies wurde erst jüngst wieder deutlich in einem Monatsrundschreiben für Amtsträger, in dem zum Ausdruck kommt, dass die jeweilige Kirchenleitung nicht im Traum daran denkt, demokratische Strukturen auch nur ansatzweise in Erwägung zu ziehen. 

Grund Nr. 2 - Systemische Intransparenz

Aber auch auf der kommunikativen und der informationellen Ebene läuft in der NAK vom System her einiges schief. Denn wie in jedem System geht es auch und gerade im geschlos-senen NAK-System um das systemische Denken innerhalb der Führung. Daher gilt: Findet Führung statt über Mechanismen der Fremdsteuerung und dogmatischen Oktroyierung von Glauben und Lehre oder über Introspektion, also der Fähigkeit, sich selbst und das eigene Denken ständig zu hinterfragen und damit den Dialog zu suchen ...?

Denn die Ziele, die die kirchliche Führung (auf allen Ebenen) konzipiert und entsprechend weitergibt, sind Ziele, die in den allermeisten Fällen aus der speziellen Sozialisation, Herkunft, sowie den spezifischen Wünschen und Werten der jeweiligen Führungskraft entstanden sind und von daher weder Anspruch auf Richtigkeit, Vollständigkeit und Wahrhaftigkeit noch solchen auf Verallgemeiner-barkeit tragen. Alleine von daher ist Kommunikation nötig, aber auch faire Argumentation, um die Ziele, die oben gewünscht werden, auf allen unteren Ebenen verwirklichen zu können oder eben fallen zu lassen.

Hierin besteht nun für Glaubensgemeinschaften wie die NAK das eigentliche Dilemma. Denn von Anbe-ginn an hatte es nie eine konstruktive Kommunikations-, geschweige denn Argumentationskultur ge-geben. An ihrer Stelle gab es eine aufoktoyierte Glaubenskultur nach dem Schema: "Geht's auch wider die Natur, Apostel/Kirche/Segensträger usw. spricht ja, glaube nur!"  Blinder Vasallenglauben war und ist der Kit, der die NAK bis heute zusammenhielt, denn mittels dieser Form des instrumentalisierten Glaubensgehorsams konnte im Grunde alles durchgesetzt und vertreten werden, was die Führung wollte - die unten hatten es einfach zu fressen. Fragen um oder über das Warum, Wozu, warum nicht anders usw., durften aus systemischen Gründen erst gar nicht gestellt werden.

Dies führte einerseits zu Duckmäusertum auf Seiten der Gläubigen und andererseits zu gewollter Intransparenz auf Seiten derjenigen, die auf der Hierarchieleiter jeweils die höhere Sprosse innehatten. Insofern verlief jede Form der Information immer von unten nach oben, aber äußerst selten von oben nach unten. Denn Information bedeutet Macht und Macht wird weder in Religionsgemeinschaften im Allgemeinen noch in fundamentalistischen Gemeinschaften im Besonderen gerne geteilt. 

Der Effekt: Neuerungen kommen immer nur kontrolliert spärlich und wenn dann im hierarchischen Kaskadensystem von oben nach unten. Und dies auch bestenfalls häppchenweise. Vor diesem Hinter-grund betrachtet war das Aufkommen des hierarchielosen Internet mit seinem freien Informations-austausch ein Paukenschlag für die Kirchenoberen, den viele von ihnen bis heute nicht verkraften konnten. Noch allzu gut erinnerlich sind Richard Fehrs Schimpfkanonaden auf das Internet, in dem seine ach so göttlichen Predigten schon am Montag verrissen würden. Wie konnte es je einen solchen Frevel geben? Offensichtlich war Fehr damals weder bewusst, was er so manchmal an Seitenhieben und unqualifizierten Äußerungen betreff anderer Glaubensgemeinschaften oder Andersdenkender predigte noch was seine Öffnungsabsichten eigentlich bedeuteten: die Änderung eines restriktiven, geschlossenen Glaubenssystems, das just von dieser Geschlossenheit lebte.

Das augenfälligste Beispiel von mangelnder Transparenz und Offenheit liegt allerdings im Bereich der Finanzen. Weder werden die Gläubigen informiert über die individuelle Verwendung ihrer Spenden/ Opergelder noch über die diesbezüglichen Alternativen, ganz zu schweigen von den Gehaltsstrukturen des Führungspersonals ihrer Kirche. Hätte es nicht die Steuernachweise aus der Schweiz gegeben, niemand hätte jemals gewusst, mit welchen Summen sich die Kirchenleiter seit Richard Fehrs Gehälter-reform bedienen. Davon können Landespfarrer oder Dekane nur träumen. Aposteljahresgehälter im sechsstelligen Bereich - davon können die allermeisten Geschwister nur träumen.

Mithin geht es also weder um individuelle Auswüchse (die gibt es immer und überall, wo Menschen am Werk sind) noch darum, im Umkehrschluss alles und jedes schlecht machen zu wollen. Wie in anderen Lebens- und Glaubensgemeinschaften gibt es auch in der Neuapostolischen Kirche gute und schlechte Eigenschaften und Handlungen, und dies auf individueller genauso wie auf Gemeindeebene. Gerne sei hier beispielsweise eingeräumt, dass die Glaubensgemeinschaft auf musikalischem Gebiet durchaus Großartiges geleistet hat - auch wenn einschränkenderweise dazu zu bemerken ist, dass damit in erster Linie Werbung betrieben wird für ihre allgegenwärtige Glaubensmission . Hier wie in anderen Bereichen gibt es christliches Gedankengut ebenso wie sektiererisches, Wahrheiten genauso wie Halb-wahrheiten und Irrtümer usw. - die gesamte christliche Lehre ist im Grunde ein Sammelsurium von Wahrheiten, Halbwahrheiten und Irrtümern.

 

7. Das spirituelle Manipulationsinstrumentarium 

Gefangene der Kirche
Gefangene der Kirche

Aus religionssoziologischer Sicht lässt allerdings die Milieu-struktur der Mitglieder in den ersten zwei Dritteln des 20. Jhs. darauf schließen, dass Obrigkeitsdenken und Führerkult stärker als in anderen Glaubensgemeinschaften zuhause waren. Davon profitierte das auf Herrschaft und Kontrolle angelegte System der NAK, welches von ihren Führern selbst als Theokratie be-schrieben wird. Dies wiederum wirkte als sozialer Verstärker zurück auf die Wahrnehmung und damit Einstellung der Mitglieder, die auf diese Weise offen waren für jede Form populistischer Propaganda und Gehirnwäsche bis hin zur Selbstbespitzelung. Wie in allen faschistoiden Organisationen ist das System dabei alles und der Einzelne nichts. Daran ändern auch die seit Beginn des 21. Jhrs. eingeleiteten Scheinreformen wenig. Es sind in aller Regel kosmetische Änderungen, welche die Rigidität der Vergangenheit vergessen und die NAK und ihre Lehre für ökumenische Zwecke hoffähig machen sollten. Dazu zählen i.d.R. auch die Änderungen der Lehraus-sagen, wie sie von Detlef Streich in mühevoller Kleinarbeit hier zusammengetragen werden.

Auf Anhieb könnte man glauben, dass damit alles Sektiererische über Bord geworfen werden würde. Bei genauerem Hinsehen wird allerdings deutlich, dass auch und gerade in den zitierten Predigten im Grunde fast ausschließlich das Eingang fand, was die Internetkritik der letzten 20 Jahre als unchristlich, unökumenisch oder theologisch unhaltbar deutlich gemacht hatte (siehe auch weiter unten). Das hinter diesen Missständen stehende System, das für diese Defizite verantwortlich zu machen ist - Verherrlichung von Amt und Apostolat, dogmatischer Heilsexklusivismus, Amtshierarchie und Macht-streben, Intransparenz auf allen Ebenen, Kritikunfähigkeit, Vernunftresistenz, patriarchalisches Denken, usw., usw. - hat sich nur wenig bewegt.

Insofern hat die Internetkritik (auch wenn das bis heute geflissentlich abgestritten wird) zwar deutlich gewirkt - wie nicht zuletzt der stetige Mitgliederschwund (und dies nicht nur in Europa) verdeutlicht -, aber auch sie konnte ein System nicht umkrempeln, das im Namen und Auftrag scheinbar urchrist-licher Lehre auf blinden Glauben und klerikale Herrschaft angelegt war. Denn die eigentlichen Grund-übel - ökumenisch nicht vertretbare Alleinstellungsmerkmale, die zu allermeist auf fehlgelesenen Bibel-stellen und/oder naiv-wörtlichem Bibelglauben basieren, historische, spirituelle und nicht zuletzt auch finanzielle Manipulationen usw. - wurden nicht einmal ansatzweise in Angriff genommen, sondern bestenfalls geschickt kaschiert. Dies musste unlängst selbst der Bezirksälteste i.R. und emeritierte Mathematikprofessor Günter Törner erfahren, als man ihn zu seinem Vortrag zur Aufarbeitung der eigenen Geschichte zuerst ein- und dann nach Gesprächen der Bezirksapostel untereinander postwendend wieder auslud. Derart infantiles Gebaren ist auch heute noch gängige Praxis in der Geistesetage der NAK.

Dazu zählt nicht zuletzt der 2012 veröffentlichte Katechismus, der aufgrund seiner nicht zusammen-hängenden thematisch-theologischen Struktur keine stringente Lehre offenlegt und somit auch kaum eine kritische Lehranalyse zulässt. Dies, so darf angenommen werden, wurde ganz bewusst so inszeniert, um dadurch möglichst unangreifbar zu bleiben - denn wer liest schon einen 600-seitigen Katechismus am Stück, um damit wenigstens die Chance zu bekommen, vergleichende Analysen zu bestimmten theologischen Schwerpunkten anzustellen. Der nach Sachthemen geordnete lexikalische Zugang lässt die werksinhärenten Zusammenhänge zwischen den einzelnen Thematiken so nicht erkennen. Das typisch neuapostolische Heils- und Herrschaftssystem versteckt sich so geschickt hinter der Fassade von Einzelaussagen, deren Widersprüchlichkeit bzw. exklusivistischer Alleinvertretungs-anspruch auf diese Weise dem unbedarften Auge verborgen bleiben.

Was zählt und wovor es aus diesem Grund zu warnen gilt, sind diese systemischen Eigenschaften, die zum nicht unerheblichen Teil aus dem Irrglauben rekrutieren, dass menschliche Mittler (Apostel) von Gott vorgesehen wären, um seinen göttlichen Absichten Gehör und gebührenden Respekt zu ver-schaffen. Im Gegensatz nämlich zum allgemein christlichen Verständnis, wonach das kirchliche Amt lediglich ein Dienst im paulinischen Sinn (Gehilfen des Glaubens) ist, der den christlichen Glauben fördert und die Gemeinschaft von Christen organisch zusammenhält, versteht die neuapostolische Kirche ihr Apostelamt als heilsnotwendige Mittlerschaft zwischen Gott und Mensch, ohne welche der einzelne Mensch keinen vergleichbaren Zugang zu Gott hätte. Und dieser Zugang beschränkt sich nicht nur auf die sakramentale Ebene der Gegenwart, sondern auch auf die eschatologische Ebene der Zukunft. Denn deren Deutung liegt ebenfalls im Machtbereich der neuapostolischen Apostelfürsten (siehe weiter unten).

Erst wenn klar und den betreffenden Gläubigen wie auch der kirchlichen Führung bewusst wird, dass jede Form menschlicher Mittlerschaft die Gläubigen nicht in erster Linie an Gott, sondern eben an die jeweiligen Mittler bindet und dass eine solche Bindung eben NICHT Gott bzw. Jesus in den Mittelpunkt stellt - auch wenn diese Mittler das vorgeben und u.U. auch wirklich wollen -, kann die Einsicht reifen, nach der die Lebensphilosophie Jesu - bekannt als die freimachende Botschaft des Evangeliums - alleine Weg, Wahrheit und ewiges Leben verspricht. Keine menschlichen Sakramente, keine klerikale Amtsmacht, kein Ordinations- oder Weiheritus, und auch keine mittlerschaftlichen Handlungen. Nicht zuletzt, da Glauben im neutestamentlichen Sinn gar nicht mittlerschaftlich verwaltet oder anderweitig instrumentalisiert werden kann, weil die Parameter des Glaubens jedem einzelnen Menschen alleine vorbehalten sind. Dies betrifft seine schöpfungs- wie schöpferbedingte Art zu glauben bzw. Vertrauen sich entwickeln zu lassen ebenso wie die Frage der Glaubwürdigkeit des Glaubensobjekts. Dies wieder hat im Fall der neuapostolische Kirche Auswirkungen auf allen Ebenen, nicht zuletzt auch auf die Eschatologie, also die Lehre des zukünftigen Heils für die geadelten Brautseelen. Sie war Werbemittel zur Aufnahme und gleichzeitig eines der Glaubensfundamente der gläubigen Mitglieder. Ohne sie würde der Brautschmuck umsonst erarbeitet worden sein.

 

8. Die Lehre von der Ersten Auferstehung

Ein eschatologischer Quantensprung

Der Brautzug - im neuapostolischen Sprachge-brauch die Schar der Gläubigen, die aufgrund der Heimholungsgarantie der damaligen Apostel dem Stammapostel um jeden Preis nachfolgen und als zukünftige Brautgemeinde im Hoch-zeitssaal gelten - ist ein alttestamentliches Bild, welches Jesus in seinem Jungfrauengleichnis nimmt, um auf die Bereitschaft der Braut hinzuweisen. Wie so vieles mutierte dieses alt-testamentliche Bild - es zeigt die Hochzeitsgesellschaft, die sich auf den Weg zur Hochzeit macht - in den Köpfen einfacher Zeitgenossen in eine Reisegesellschaft, die mit der Eisenbahn unterwegs ist, da der Begriff 'Zug' als eine Lokomotive mit Waggons gedeutet wurde.

Wie das Netzwerk Neuapostolische Geschichte (Bild anklicken) festhält, zeigt die frühe Deutung der apostolischen Gemeinden auf, dass es sich bei dem Brautzug um die Schar der Brautgemeinde handelt, die beim Heimholen der Braut zur Hochzeit im Himmel zieht. In der Neuapostolischen Kirche symbolisierte ab der Zeit des Stammapostel J.G. Bischoff der Brautzug als sinnbildlich gemeinter abfahrender Zug (Lok mit Personenwaggons) das Kommen des Herrn Jesu und die Abfahrtzeit den Zeitpunkt seiner Wiederkunft, wobei jene Insassen die Brautgemeinde ausmachen, welche der Hoch-zeit im Himmel zufahren.

In den 1980er Jahren wandelte sich dieses Bild und spätestens ab Stammapostel Richard Fehr symbolisiert der Brautzug die bereits fahrende Brautgemeinde, welche auf dem Weg zum Glaubensziel ist, wobei der Lokführer der jeweilige Stammapostel ist, welcher die Schar leitet. Ab da wurde in Gottes-diensten und Deutungen vermehrt darauf eingegangen im Zug zu bleiben und nicht auszusteigen. Denn der Zug symbolisierte die Heimholung der Braut am Tag der Ersten Auferstehung, ein festes Datum im neuapostolischen Heilskalender, das auf keinen Fall übersehen werden dürfe, auch wenn Richard Fehr 2003 im Zuge seiner eschatologischen Reformen aus dem Heimholungszeitpunkt einen Zeitabschnitt gemacht hatte, um die Märtyrer mit ins Boot der Heimholung nehmen zu können. Einige Anmerkungen zu dieser mehr Verwirrung als erhellende Erkenntnis stiftenden Idee findet man hier.

Doch in jüngster Zeit scheint die damit verbundene Naherwartung, trotz reformierter Auferstehungs- bzw. Heimholungsordnung, immer mehr an Dringlichkeit zu verlieren, wie Dieter Kastl, Detlef Streich und F.-C. Schlangen unisono feststellten.

 

Erste Auferstehung verliert an Dringlichkeit und Bedeutung  

Vor noch nicht allzu langer Zeit war es noch ein festes Ritual bei allen neuapostolischen Zusammen-künften in Predigt und Gebet auf die Verkürzung der Zeit hinzuweisen, damit die getreuen Brautseelen als die klugen Jungfrauen beim Kommen des Herrn dabei sein und als Lammesbraut in den festlich geschmückten Hochzeitssaal einmarschieren konnten. Das war das Ziel allen neuapostolischen Kämpfens, Glaubens und Strebens. Und es hob gleichzeitig die neuapostolische Kirchen ab von allen anderen Glaubensgemeinschaften. Man war etwas Besonderes und dieses Besondere war die Erwählung zu einer grandiosen Heimholung, die - so wurde es über Jahrzehnte in jedem Gottesdienst und jedem Familienbesuch in die Herzen und Hirne der Gläubigen gepredigt - unmittelbar bevorstand. Man machte diese Unmittelbarkeit an den Zeichen der Zeit ebenso wie an den stammapostolischen Höhenflügen fest und dieses Glaubensgerüst war der Glaubenskit, der alle und alles zusammenhielt. Niemals konnte sich ein Gotteskind auch nur im Entferntesten vorstellen, dass die Verheißung einmal bröckeln könnte - und sei es auch nur was ihre Unmittelbarkeit betraf.

Aber es gingen Jahre und Jahrzehnte ins Land und die Dringlichkeit konnte immer weniger aufrecht er-halten werden. Nicht zuletzt dank meiner Bücher und Aufsätze, sowie der zahlreichen Internet-kommentare und -artikel, ist so langsam einiges ins Wanken zu geraten. Eine vorbehaltlose Naher-wartung mit gebetsmühlenartigen Dringlichkeitsaufrufen etc. lässt sich eben nicht beliebig lang als relevant und weiterhin gültig verkaufen. Ansonsten verlören die menschliche Zeitbegriffe vollends ihre Bedeutung. Denn dieses Menschsein hat feste Begriffe für feste Vorstellungsinhalte, die sich nicht beliebig dehnen oder anderweitig verändern lassen. Und Begriffe wie 'bald' oder 'in aller Kürze' usw. lassen sich eben nicht unendlich weiter ausdehnen. Ganz schnell verlieren sie dann nämlich an Verlässlichkeit und, notabene, damit auch an Glaubwürdigkeit.

So ist es auch kein Zufall, dass den neuapostolischen Geistesfürsten ihre zunehmend als "Fake News" aufgedeckten Alleinstellungsmerkmale und Zeitverkürzungsszenarien so peinlich sind, dass sie diese zwar nach innen weiterhin mit großer Verve verbreitet wissen wollten - verlören ihre Schäfchen sonst doch noch den letzten Rückhalt für ihre Jahrzehnte lang eingepeitschten Glaubenswunschträume -, aber nach außen wollten sie sich keine Blöße mehr geben, die u.U. den Gastzugang zur ökumenischen Großfamilie (ACK) vereiteln könnte. Auch das gehört zu jenem Lügengebäude, von dem im Eingangs-artikel (ganz oben) die Rede ist und das dafür Sorge trug, dass wir den Absprung schaffen konnten. Denn diese Alleinstellungsmerkmale werden beileibe nicht öffentlich revidiert - davor hätte man viel zu viel Angst, auch wenn die Generation von Gläubigen, die mit dieser neuapostolischen Verheißung erzogen wurde, immer mehr am Schwinden begriffen ist.

Aber selbst dieser Spagat lässt sich nicht beliebig durchhalten. Außen Hui und innen Pfui - jedenfalls was die Sinnfälligkeit ihrer Lehren angeht - kommt der Quadratur des Kreises gleich. So kam, was kommen musste: eine nicht nur nennenswerte, sondern geradezu paradigmenwechselnde Ausnahme: Im Gegensatz zu allen ihren Vorgängern vergangener Zeit sorgen die heutigen Apostel der neuaposto-lischen Kirche mittlerweile sogar explizit dafür, die Bedeutsamkeit der sog. "Ersten Auferstehung" immer mehr unter den Tisch rutschen zu lassen. Zumindest eines ihrer beiden Kernmerkmale - Exklusivität und Unmittelbarkeit - musste Federn lassen.

Wie aller Wandel begann auch dieser langsam und unauffällig. Schließlich handelt es sich um das ehemals größte und wichtigste Alleinstellungsmerkmal der elitären Entrückung in den Hochzeits-saal VOR dem großen Verderben, dem dann die gesamt Restchristenheit ausgesetzt sein würde. Die dringliche Unmittelbarkeit dieses doch so elementar wichtigen Ereignisses wurde seit einigen Jahren seltsamerweise immer seltener gehört.

So fragt denn auch Dieter Kastl in seinem Artikel "Neujahrsempfang 2019 am Kernpunkt vorbei" nicht zufällig: "An exponierter Stelle und vor prominentem Publikum das Scheckbuch zu zücken und sich werbewirksam mit großzügigen Wohltaten zu schmücken, war nicht der Auftrag Jesu Christi an seine Jünger, bevor dieser wieder zu seinem Vater ging. Was ist nur los mit den Aposteln? Warum scheint es ihnen peinlich zu sein, persönlich und in aller Öffentlichkeit auf ihren ganz eigenen und besonderen Auftrag hinzuweisen?"

Was sich unspektakulär anhört, ergibt eine völlig neue Eschatologie, deren Bedeutung in ihrer ganzen Tragweite noch gar nicht richtig erfasst wurde: Die sog. "Erste Auferstehung", heimholendes Alleinstel-lungsmerkmal und ebenso einzig- wie großartige Verheißung für die getreuen neuapostolischen Gläu-bigen, wird zunehmend von ihrer Naherwartungskomponente getrennt. Dieses ehedem hoch-heilige Alleinstellungsmerkmal, nach dem Jesus alleine UND in aller Kürze für die getreuen neuaposto-lisch versiegelten Gläubigen zum zweiten Mal auf diese Erde kommen würde, war und ist der Dreh- und Angelpunkt neuapostolischer Glaubenslehre seit ihrer Entstehung Ende des 19. Jhs. Ohne diese unmit-telbare Heimholungsgarantie mit eingebautem Zeitzünder hätten die neuapostolischen Apostel im Grunde keinerlei Attraktivität mehr für Menschen, denn ihre Predigten können sich i.d.R. nicht messen lassen mit denen von Geistlichen anderer Gemeinschaften, deren Kenntnis der Bibel und ihrer Ent-stehung und Entwicklung derjenige der neuapostolischen Apostel um Lichtjahre überragt.

Nachdem sich die neuapostolischen Geistesfürsten im Zuge ihrer ökumenischen Brautwerbung ein wenig schlau gemacht hatten, wie groß der bibelwissenschaftliche Vorsprung der christlichen Kollegen tatsächlich ist und dass die ja einen Grund haben müssen, warum sie an keine exklusiv-elitäre Wiederkunft Christi glauben, lassen sie ihr Alleinstellungsprogramm einer baldigen Wiederkunft Christi zur Heimholung ihrer Schäfchen, wie F.-C. Schlangen (am 1. April), Dieter Kastl und Detlef Streich  unterschiedlich aber treffsicher kommentieren, unmerklich aus dem Scheinwerferlicht ihres Lehrge-bäudes rutschen. Zumal sich ökumenische Gemeinschaft und exklusive Heimholung ohnehin zu beißen scheinen. Scheint also wohl nur das Abstellgleis über zu bleiben für DEN Kernpunkt allen Neuapostolischseins, ja DIE neuapostolische Verheißung schlechthin. Man sieht quasi den Zeitpunkt gekommen, an dem die alte Garde nur noch ein Häufchen alter Greise ist, die in aller Regel sowieso nicht im Internet lesen und sich auch herzlich wenig um lehrmäßige Neuerungen o.ä. kümmert. Sie ist, mit anderen Worten, eben eine aussterbende Spezies, mit der die Kirche nicht mehr rechnet, weshalb man auf sie immer weniger Rücksicht nehmen muss. Und so konnte das neuapostolische Apostolat in aller Heimlichkeit Amt und Auftrag, Glauben und Ziel voneinander trennten, ohne gleichzeitig ihre eigene Unantastbarkeit in Gefahr zu bringen.

Sie tun dies aber auch aus einem anderen Grund: Fast 200 Jahre sind mittlerweile ins Land gezogen, seit diese Verheißung einer heimlichen Wiederkunft Christi zur Heimholung einer Glaubenselite zum ersten Mal unters Volk gebracht worden war. Das bedeutet: Seit fast 200 Jahren werden die Gläubigen gebetsmühlenartig auf diese unmittelbar bevorstehende Wiederkunft eingeschworen. Nachdem so inzwischen an die zehn Generationen mit der Unmittelbarkeit dieser Wiederkunft bestrahlt worden waren, stellt sich dem einen oder anderen schon einmal die Frage, wie lange es wohl noch dauern könnte, bis Gott der Herr Feierabend geböte. Mit anderen Worten: Welche Garantie könnten die apostolischen Geistesfürsten ihren Gläubigen mit auf den Weg geben, dass der Herr nicht noch einmal 200 Jahre verzieht? Die ehrliche, wenn auch traurige Antwort ist: keine! Und weil dies so ist, scheint die Chefetage langsam aber sicher die Reißleine zu ziehen und klammheimlich umzuschwenken, ganz nach dem Motto: Wir lassen nicht ab von der Verheißung (will heißen, wir erwähnen sie hier und da mal wieder), aber wir deuten und ordnen sie jetzt anders zu und ansonsten reden wir nicht groß drüber. Sonst kommen am Ende noch die Leute und fragen, wofür wir die ganzen Immobiliengewinne (siehe weiter unten) in Stiftungsfonds parken ...

Dafür werden im Zuge der Anpassung an die ökumenischen Vorgaben ebenso wie an die kritischen Einwände von allen Seiten die alten Glaubenssätze theologisch immer mehr verfeinert und notfalls als zeitbedingtes Denken ausgemustert, um weiterhin unangreifbar zu bleiben für Kritik aus dem inneren wie aus dem äußeren Umfeld. Dabei, so stellt F.-C. Schlangen fest, ist die neue Masche die der 'evolutiven' Entwicklung des Heiligen Geistes. In Bezug auf Fehlurteile, Missstände und andere kirchliche Unsinnigkeiten bedeutet dies:  "... es war ja nicht gelogen, es war zwar auch nicht völlig richtig, aber die Apostel haben nach rechtem Treu und Glauben gehandelt, die haben wahrheitsgmäß gepredigt. Der damals noch kleine Heilige Geist hat denen eben nur einen Teil gezeigt, aber was er gezeigt hat, war die Wahrheit!"

Diese Art der 'Geschichtsaufarbeitung' kennen wir aus der unmittelbaren Nachkriegsgeschichte ebenso wie aus der Zeit der Wiedervereinigung. Staatliches und damit menschliches Unrecht wurde verschwie-gen, wo immer es ging, und wo es nicht ging, wurde es als zeitbedingtes Problem abgetan, das gar nicht anders zu lösen gewesen wäre. Nicht einmal die Jugend - von ihren Funktionären gerne als die Zukunft des Werkes Gottes apostrophiert - bleibt davon ausgeschlossen. Und vor diesem Hintergrund ist der erdrutschartige Mitgliederschwund - der weiß Gott nichts mit demographischem Wandel zu tun hat, wie F.-C. Schlangen hier deutlich macht - einfach nur logisch und konsequent; auch wenn er von der Kirchenleitung nie zugegeben werden wird ...

Dass man mit dieser zwar heimlichen, aber umso fundamentaleren Änderung der Glaubenslehre Ängste züchtet und Vertrauensverlust vor allem bei jenen bewirkt, für die die neuapostolische Apostellehre unmittelbar vom Heiligen Geist geboren worden war, ist quasi programmiert. Aber dies scheint die Apostelclique einen feuchten Dreck zu scheren, denn darüber wird geflissentlich hinweg-gegangen, ohne zu erkennen, das diese spirituelle Manipulation letztlich Folgen haben würde. Leider wird der autoritär-kindhafte Glauben der Mitglieder aber nicht nur spirituell, sondern zunehmend auch  finanziell ausgebeutete.  

 

9. Das finanzielle Manipulationsinstrumentarium  

Neben diesen theologischen Irr-tümern und sozialpsychologischen Manipulationsversuchen zur schlei-chenden (und als heilsnotwendig verkauften) Herrschaft über die Mitglieder gibt es aber auch Mani-pulation im großen Stil im finan-ziellen Bereich. Konnte man zu Anfang der Glaubensgemeinschaft noch halbwegs davon ausgehen, dass die Geldopfer dem Aufbau der Organisation dienten, muss spätestens seit der Einführung der Managergehälter für die bezahlten Kirchenführer durch Stammapostel Richard Fehr konstatiert werden, dass auch die neuapostolische Kirche dem kapitalistischen Profitstreben erlegen ist und über die alte (wenn auch mittlerweile gut maskierte) Masche der Segensschiene (nur wer normgerecht opfert hat Segen) mittlerweile Spenden einfordert, welche die Organisation einerseits längst nicht mehr nötig hätte und an welchen sich ihre Führer andererseits gleich einem Selbstbedienungsladen ausgiebigst bedienen. Wenn die Mitglieder schon so dumm sind und wider besseres Wissen immer noch meinen, den "Zehnten an Gott" abgeben zu müssen, dann wollen wir als die Sektenführer diesem Irrglauben nicht im Wege stehen.

Gleichzeitig werden Kirchen, die unter teilweiser Mitarbeit von Mitgliedern erstellt und ansonsten ohnehin von deren Spenden gebaut wurden, nach Bedarf geschlossen und nach Beschluss der jeweiligen Landesversammlung meistbietend verkauft. Dies geschieht ohne jegliche Anhörung  oder gar Mitspracherecht der Mitglieder und ohne jeden finanziellen Ausgleich - die Mitglieder haben keinerlei Anrecht an ihren Kirchen (siehe Internationale Statuten der NAKI, Artikel 5.5). Auch andere Sekten, wie z.B. die "Zeugen Jehova" (ab Min. 9:30), arbeiten mittlerweile nach dem Muster der Kapital-schöpfung durch einträgliche Immobiliengeschäfte. Wenn Organisationen von Zinsgewinnen leben und zunehmende Renditen anhäufen, aber gleichzeitig  als anerkannte Religionsgemeinschaften das Siegel der Spendenwürdigkeit in Anspruch nehmen, sowie anderweitig hohe finanzielle Vergünstigungen genießen (beispielsweise sind sie von der Grundsteuer befreit und unterliegen auch nicht der Energie-sparverordnung), stellt sich schon die Frage nach der Glaubwürdigkeit ihres Anspruchs, Werk Gottes (im Fall der NAK) oder Organisation Gottes (im Fall der Zeugen Jehova) zu sein. 

Entwicklung der Einnahmen/Ausgaben der NAK-Süddeutschland von 2007-2016
Entwicklung der Einnahmen/Ausgaben der NAK-Süddeutschland von 2007-2016

Während so durch zahllose Gemeindeschlie-ßungen mit nachfolgendem Handel von Immo-bilienwerten bei gleichzeitig immer niedrigeren Ausgaben (nur noch zwei Drittel Kirchenbe-stand und Abbau der bezahlten Kirchenfunk-tionäre usw.) und nur minimal geringerem Spendenaufkommen die Rendite boomt, häuft sich das Vermögen der NAKI Jahr für Jahr in Millionenhöhe. Man beachte in der Grafik die steigenden Einnahmen ab 2013, die trotz heftigsten Mitgliederschwundes - in diesen drei Jahren wurden ca. 100 Gemeinden geschlossen (weswegen auch die Ausgabekurve tendenziell nach unten geht) - von ca. 50 Mio. auf ca. 60 Mio. Euro stiegen, und es wird schlagartige klar, was da wirklich läuft. Leider unterliegt die Grafik - und dies ist mit Sicherheit gewollt - durch den gewählten Vergleichs-ausschnitt der manipulierenden Verzerrung, sodass die wahre Dramatik dieser Finanzstrategie über-haupt nicht zum Ausdruck kommt. In dieser müsste die linke Summenangabe in Euro nämlich ihrem wahren Steigungsverhältnis entsprechen. Erst dann würde man wirklich sehen, dass ausgehend von 50 Mio. ein Anstieg um 10 Mio (auf 60 Mio) eine Erhöhung um 20 Prozent entspricht - die Grafikkurve müsste also steil nach oben weisen. Dass sie das nicht tut, ist mit Sicherheit kein Zufall. In jedem verschleiernden Finanzsystem werden so die eigentlichen Fakten durch optisches Täuschen geschickt verschleiert.

Dieses an Scientology angelehnte NAK-Finanzierungsgebaren - also die Art und Weise, wie mit Spen-dengeldern (NAK-intern: Opfer/Scherflein der Witwe usw.) der gläubigen Mitglieder umgegangen wird und wie daraus Milliarden für die bezahlte Oberschicht dieser Kirche geschaffen wurden - wurde von Dieter Kastl in zahlreichen Artikeln belegt. Zu diesem Skandal gehören u.a. jene zahllosen Einzel-fälle, die in nachfolgenden Bildern angeklickt werden können. Etwas weiter darunter der dazu passen-de Jahresmotto-Kalender, der Aussagen darüber macht, wo die Spenden wirklich hingehen. 

Neuapostolischer Ablasshandel - oder wie aus einem Euro mühelos Hundert Euro werden ...

Was das Finanzgebaren so abscheulich und die Kirche so unermesslich reich macht, ist der angeblich bibli-sche Hinweis auf den Zehnten als notwendige Opfer-gabe für göttlichen Segen. In der NAK wurde dieser "Zehnte" immer als "10 Prozent vom Bruttolohn" verstanden; ob Kapitalrenditen auch in dieser Höhe zu veropfern sind, ist im Augenblick noch nicht eruiert, wäre aber nur logisch. Wie unbiblisch und unchristlich diese Vorstellung ist, hat Dieter Kastl hier und hier aufgezeigt. Wie sehr sich der Reichtum der Kirche damit exponentiell vermehrt - was überhaupt nicht notwendig wäre und nur den Kirchenfürsten dient ..., möge folgende kleine Beispielrechnung zeigen:

Mal angenommen in einer Gemeinde mit 100 aktiven Mitgliedern opfern 50 Prozent (Arbeitnehmer und Rentner) monatlich von ihrem Einkommen. Das Durchschnittsbruttoeinkommen/Jahr beträgt laut statist. Bundesamt ca. 40.000,- Euro. Dadurch würden der Kirche pro Spender 4.000,- Euro/Jahr geopfert werden. 50 (die angenommene Hälfte der Mitglieder) mal 4000 sind 200.000,- Euro im Jahr. Nehmen wir an, eine solche Kirche kostet inkl. Grund 300.000,- Euro, dann hätte diese Gemeinde "ihre" Kirche in 18 Monaten selbstständig erwirtschaftet - falls notwendig z.B. auch über ein zinsfreies Darlehen der Kirche). Danach gehen im Prinzip nur noch die laufenden Kosten weg. Da die Grundsteuer für Kirchen entfällt, sind das i.d.R. nur die üblichen Nebenkosten (Heizung, Strom, Wasser, Kamin + Abfall), da Reparaturen in den ersten 10 - 20 Jahren kaum anfallen werden. Diese Neben-kostenpauschale für eine Gemeinde dieser Größenordnung dürfte um die 1000,- Euro im Jahr liegen (wenn nicht geheizt wird wie im Altersheim) - ein vernachlässigbar kleiner Betrag bei 200.000,- Euro Opfereinnahmen im Jahr.

Dies bedeutet: Nach spätestens 2 Jahren wäre jede Gemeinde im Besitz ihrer eigenen Kirche und die Opfer-/Spenden-Maschine könnte, mangels weiterer Kosten, auf 0,1 Prozent vom Bruttoverdienst heruntergefahren werden (statt 200.000,- Euro/Jahr nur noch 2000,- Euro). Daraus könnten dann immer noch ca. 1000,- Euro Überschuss als Rücklagen (für andere Aufwendungen der Gesamtkirche) gebildete werden. Bei 1000 Gemeinden hätte die Gesamtkirche damit Einnahmen in einer Höhe von ca. 1.000.000,- Euro jährlich. Würden dann BAP- und sonstige Versammlungen u.ä. nicht in sündteuren Nobelhotels, sondern in den hauseigenen Kirchen stattfinden und sich die Reisetätigkeit dank Internet-konferenzen u.ä. auf wenige Predigtreisen (und dies bitte ohne Entourage mit großartigen Sightseeing-ausflügen, Konzerten und Fünf-Sterne-Hotelsuiten etc. !!) verringern bei gleichzeitiger Verringerung der bezahlten hauptamtlichen Apostel, würden diese Einnahmen durchaus ausreichen für eine kleine Kirche wie die NAK.

Dies wiederum würde folgendes bedeuten: Während bei einem 10-prozentigen Brutto-Opfer ein Mit-glied im Durchschnitt 200.000,- Euro während eines Arbeitslebens von 50 Jahren an die Kirche spendet, betrüge die Opfergabe bei einem 0,1-prozentigen Brutto-Opfer in der gleichen Zeit pro Mitglied nur 2000,- Euro. Mit den restlichen 198.000,- Euro könnten die Mitglieder sich z.B. ein wunder-schönes Häuschen im Grünen o.ä. erwerben, ohne dass es gleichzeitig der Kirche an etwas fehlen würde.

Sicherlich, dabei gehen wir von sog. Durchschnittswerten aus, aber die Wahrscheinlichkeit, dass die reale neuapostolische Wirklichkeit, zumindest in den westlichen Industrieländern, eher deutlich darüber liegen dürfte, ist auch nicht von der Hand zu weisen. Ganz zu schweigen von den geldwerten Zuwendung neuapostolischer Firmenbosse, Unternehmensmanager (bei denen der Verdacht nahe-liegt, dass sie sich auf die eine oder andere Weise dadurch Amt oder andere Vorteile erkauften, untere Bilder anklicken) und zahlreiche andere Kirchen-Mäzen, die allemal im sechsstelligen Bereich liegen dürften und womöglich direkt und steuerfrei in die Stiftungsfonds der Bezirksapostel übergehen. 

 

 

Geschäftsmodell Immobilienhandel   

Nicht zuletzt durch den dramatischen Mitgliederschwund begründet, ist das Ziel der NAKI, mittelfiristig unabhängig zu werden von Opfer- und anderen Spendeneinnahmen und nurmehr von der Substanz zu leben. Der Kirchenpräsident der NAK Deutschland-Süd beantwortete die Frage, was seine Kirche mit den Überschüssen mache so: "Wir bauen in der Kirche seit vielen Jahren ganz gezielt Vermögen auf – nicht um seiner selbst willen, sondern um den kirchlichen Aufgaben gerecht zu werden. Unser strategi-sches Ziel ist, genügend Kapital anzusammeln, so dass alle Ausgaben, ausgenommen Investitionen, aus den Erträgen bestritten werden könnten." (Quelle: SÜDINFO Nr. 14, 12/2012 )

Das ist leicht untertrieben, denn schon jetzt könnten durch die lukrativen Immobiliengeschäfte der NAK (z.B. über die hauseigene Immobilien GmbH) Investitionen aus Zinserträgen geschaffen werden. Die NAK-Immobilien GmbH ist eine Tochter der NAK Service AG, die wiederum eine Tochter der NAK Nordrhein-Westfalen (K.d.ö.R.) ist. Sie wurde 2008 gegründet und hat ihre Bilanzsumme alleine in den ersten drei Jahren mehr als verzwan-zigfacht (von 146.305,32 € auf 3.375.260.51 €). Auf die tatsächlichen Gewinne kann leider nicht zuge-griffen werden. Da werden nicht nur ausgediente Kirchengrundstücke in städtischen Bestlagen ver-kauft, sondern die NAK baut selber renditeträchtige Gebäude (nicht selten mit Staatszuschüssen), aus denen sie hohe Mieteinnahmen und bei Verkauf immense Renditen erzielt. Ganz offensichtlich geht es hier nicht um Kapitalansammlung für kircheninterne Zwecke, sondern um Geldanhäufung, damit die Führungsriege der bezahlten NAK-Funktionäre in Saus und Braus leben kann. Gleichzeitig verkünden diejenigen, die den Rahm absahnen, dass der Herr bald kommen würde und die Gläubigen ihr Sinnen und Trachten doch größtmöglich von irdischen Dingen abwenden mögen.

Wer sich beispielsweise die Einnahmekurven der letzten Jahre ansieht, erkennt auch ohne veröffent-lichte Details: Trotz geschwundener Opfer- und Spendeneinnahmen erhöhten sich die Gesamtein-nahmen von 2013 auf 2016 um ca. 27 Prozent. Bei gleichgebliebenen Spendeneinnahmen würde dies (abzügl. aller sonstigen Faktoren) einer ungefähren Renditezunahme von ca. 40 Prozent entsprechen. Wenn man bedenkt, dass durch Gemeindeschließungen und damit verbunden Kirchen- und Grund-stücksverkäufen die laufenden Betriebs- und nicht zuletzt auch Personal- und Reisekosten in nahe-zu gleichem Maße sinken, wie die Erträge steigen, lässt sich erahnen, welche Summen hier angehäuft werden für Personal- und Pensionskosten.

Diese dabei notwendigerweise entstehende und sich immer weiter potenzierende Rücklagenbildung - im Volksmund "Reichtumsanhäufung" - steht einerseits dem Wort Jesu diametral entgegen, nachdem Predigt und Mission umsonst zu geben seien, da man sie ja umsonst erhalten habe, zumal der Lohn dafür ohnehin ein himmlischer Lohn sein würde. Andererseits steht sie aber auch dem Wort des eigenen Kirchenoberhaupts entgegen (rechtes Bild von F.-C. Schlangens jüngstem Preisrätsel, siehe unten), welches besagt, dass wer reich ist in Jesus Christus, nicht mehr abhängig wäre vom Geld.

Hier kommt allerdings ein Stück weit jene altbekannte Interpretationbedürftigkeit ins Spiel, die uns aus kirchlichen Predigten noch im Ohr ist. Handelt es sich bei dem "Wir" im rechten Bild um einen Pluralis modestiae, der in der geweihten Instrumentalisierung christlicher Demut die Gläubigen miteinbezogen sieht, oder eher um einen Pluralis benevolentiae (auch Krankenschwesternplural genannt), mit dem Vertraulichkeit, u.U. sogar vermeintliche Augenhöhe suggeriert werden soll, oder gar um einen Pluralis maiestatis, zur Selbstbezeichnung der eigenen hoheitlichen Unabhängigkeit (inkl. aller damit verbun-denen Aussagen). Je nach gewählter Deutungsart bezieht sich das Wir der Geldunabhängigkeit in Christus dann entweder auf die Kirchenführung samt ihrer Mitglieder, oder auf den Chef der Kirche persönlich, oder aber nur auf die Gläubigen. Im letzteren Fall könnte man - je nach Situation bzw. Kontext - auch von einem Pluralis detractationis (Verarschungsplural) sprechen, frei nach dem Motto: Ätschibätsch, wir haben was, was du nicht hast ...


10. Der wahre Sachverhalt in Fragen der Ökumene

Gastmitgliedschaft in der ACK

Im April soll die Neuapostolische Kirche Gast-mitglied in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen Deutschland (ACK) werden. Das Problem ist jedoch: DIE neuapostolische Kirche gibt es gar nicht.

Was es gibt, ist ein Verbund eigenständiger neu-apostolischer Gebietskirchen e.V. in Deutschland, mit denen allen ein Gastmitgliedschaftsvertrag zu schließen wäre, da jede neuapostolische Gebietskirche rechtlich eine eigenständige Entität darstellt. Wie der freie Autor und Journalist Franz-Christian Schlangen zurecht herausgearbeitet hat, ist ein einzelner Mitgliedschaftsvertrag rechtlich gar nicht möglich. Der diesbezügliche Einwand der ACK, dass Kirche in erster Linie ein theologischer Begriff sei und dass sich die Frage, ob eine Gemeinschaft Kirche ist oder nicht, nicht danach bemesse, welche juristische Form sie habe, geht in der Frage von Mitgliedschaften ins Leere, denn Mitgliedschaft ist ein Begriff, der sich auf rechtlich einklag- und kündbare Gegebenheiten bezieht und sich somit nicht auf eine theologische, sondern nur auf eine juristische Einheit beziehen kann.

Das zeigt sich spätestens dann, wenn eine der neuapostolischen Gebietskirchen die Mitgliedschaft in der ACK zu kündigen wünsche, dies aber nicht kann, weil sie gar keinen eigenständigen und nur sie betreffenden Mitgliedschaftsvertrag mit der ACK abgeschlossen hat. Ganz zu schweigen davon, dass die eine oder die andere Seite den mit einem Mitgliedschaftsvertrag verbundenen Rechten und Pflichten nicht nachkommt, wodurch eine einklagbare Situation entstehen würde.

Rechtlich gesehen ist nämlich jegliche Aufnahme in einen Verein ein Vertrag zwischen dem Aufnahme-suchenden und der jeweiligen Aufnahmeorganisation. Der Aufnahmeantrag ist damit ein Angebot an eine aufnehmende Organisation, einen solchen Vertrag zu schließen. Dieses Angebot muss so konkret sein, dass die aufnehmende Organisation es durch ein simples „Ja“ annehmen kann. In diesem Zusammenhang muss der Vorstand der aufnehmenden Organisation wissen, wer genau in sie aufgenommen werden möchte. Daher müssen mindestens folgende Dinge aus dem Aufnahmeantrag klar hervorgehen:

  • Name und Anschrift des Bewerbers,
  • Geburtsdatum (um zu prüfen, ob die Zustimmung der Eltern erforderlich ist),
  • Name und Adresse des Vereins,
  • Wille, in den Verein aufgenommen zu werden.

Es dürfte im Fall der Aufnahme der neuapostolische Kirche interessant sein, diese Daten im Einzelnen zu überprüfen und ggfs. hinsichtlich ihres Aufnahmestatuses ebenso wie in Bezug auf die Rechte und Pflichten, die aus einem solchen Aufnahmeantrag entstehen, rechtlichen abzuklären. Ganz zu schweigen davon, dass es eigentlich eher die Aufgabe christlicher Ökumene sein sollte ... 

Und wie sieht dieser Heilige Rest den Wunsch nach einer Kirche für Viele? Dieter Kastl zitiert aus den neuen „Leitlinien zur Gestaltung und Förderung des ökumenischen Miteinanders“ der NAK-Süd und kommentiert diese:

"Trotz vieler Gemeinsamkeiten bestehen wechselseitig noch Anfragen. Es geht insbesondere um das Verständnis vom geistlichen Amt. Damit verbunden sind auch Fragen zur Wassertaufe und Geistes-spendung sowie Fragen zur Eschatologie. Aus diesen Gründen besteht Einvernehmen mit unseren ökumenischen Gesprächspartnern, dass wir uns an gemeinsamen, ökumenischen Gottesdiensten nur eingeschränkt beteiligen. Es erfolgen weiterhin keine Predigtbeiträge und keine gemeinsamen Sakra-ments- und Segenshandlungen, d.h. keine gemeinsamen Abendmahlsfeiern oder Taufhandlungen sowie keine gemeinsamen Segensspendungen bei Trauungen oder Trauerfeiern. Da der Begriff „Gottesdienst“ nach unserem Verständnis eine feste liturgische Form hat und die Vollzüge unseren Amtsträgern vorbehalten sind, sind gemeinsame Gottesdienste nicht möglich. In unseren Kirchen-gebäuden können aber gemeinsame Andachten oder Gebete (unter unserer Leitung) ohne liturgische Form erfolgen."

Aus diesen Worten geht klar und unzweideutig hervor, dass es für die neuapostolische Kirchenleitung nicht nur Kirche im Vollsinn ausschließlich innerhalb der neuapostolischen Kirche geben kann, sondern Kirche überhaupt. Denn Kirche, die in den Augen neuapostolischer Apostel nicht predigen darf, die keine Segenshandlungen (z.B. zur Taufe, zum Ehebund usw.) durchführen, keine Sterbesakramente erteilen, ja nicht einmal Abendmahl feiern kann und darf, was hat diese noch mit einer Kirche gemein? Und wenn sich der süddeutsche Kirchenpräsident Michael Ehrich dann auch noch scheinheilig auf die liturgische Form hinausredet, dann hat er noch nicht einmal kapiert, dass Gottes Wort und göttlicher Segen usw. an keinerlei menschliche Form gebunden werden kann - auch nicht an Kirche oder Gottes-dienst. Und schon gar nicht an das so hochgelobte und für unverzichtbar gehaltene Apostelamt. Denn dieses kann und will diesen Segen außerhalb seiner Zuständigkeit nicht fördern, sondern verhindern. Das sollte den ökumenischen Partner bewusst gemacht werden.


11. Internationaler Jugendtag 2019

 

Vorlaufende Problematik    

Passend zu diesem wunderschönen Bildkalender mit seinen Apostelvorstellungen kommen an dieser Stelle auch die von Dieter Kastl erstellten alternativen Plakate für den Internationalen Jugendtag 2019. Dabei geht es darum, dass die Jugendlichen finanziell ziemlich ausgenommen werden für ein Ereignis (für jugendliche Leser: "Event"), für das die Kirche alleine zuständig wäre. Es wäre genug, wenn die Jugendlichen sich für das leibliche Wohl an Snack- oder Brotzeitständen, die ihre Waren ein wenig über dem Selbstkostenpreis anböten, mit dem Nötigsten selbst zu versorgen hätten. 

 

In anderen - religiösen wie säkularen - Jugendgruppierungen und -verbänden gilt bei der Jugendarbeit folgende Grundregel, um Jugendbeteiligung sinnvoll zu ermöglichen: 

  • altersangemessen, milieu- und geschlechtersensibel
  • niederschwellig und motivierend
  • zeitlich für die Jugendlichen überschaubar und erfahrbar angelegt
  • bezugnehmend auf das konkrete Lebensumfeld
  • transparent in den tatsächlichen Auswirkungen auf Entscheidungen
  • ausreichend mit finanziellen wie personellen Ressourcen ausgestattet
  • Perspektiven und Nachhaltigkeit für Anschlussprojekte/-initiativen bietend

Hier muss gerade im Umfeld von pompösen Veranstaltungen, wie der Internationale Jugendtag dies darstellt, nachgefragt werden, ob und inwieweit auch alle Jugendlichen erreicht wurden/werden. Ein Jugendtag bzw. Jugendtage sind Veranstaltungen, die von und mit der Jugend getragen werden. Das geistliche Element (Predigt) ist dabei nur eines von vielen Veranstaltungspunkten. Die eigene Erfahrung der vergangenen Jahrzehnte hat gezeigt, dass Jugendveranstaltungen, bei denen die Predigt im Mittelpunkt steht, nur von den wenigsten als zufriedenstellend empfunden wurden bzw. dass die Jugendlichen sich anderweitig mit jugendgerechter Kost versorgten. Auch und gerade im Rückblick auf die eigene Erfahrung der Jugendtage kristallisiert sich deutlich heraus: Das, was hängenblieb, war die Atmosphäre, welche die Jugendlichen selber schufen - Predigt & Co. waren meist schon auf der Heimreise vergessen.

 

Nachlese des IJT 2019  

Auch beim nun zu Ende gegangenen IJT 2019 wird dies nicht so viel anders sein, wiewohl man der Kirchenleitung attestieren muss, dass sie im Vergleich zu Jugendtagen des vergangenen Jahrhunderts dazugelernt hat. Es gab beim IJT 2019 (wie schon beim EJT 2009 oder beim IKT 2014) in der Tat sehr viel, was Jugend für Jugend gemacht oder veranstaltet hat. Hier kann und darf auch einmal ein großes Lob ausgesprochen werden. Gemessen an der neuen Freizügigkeit war die Jugend vergangener Jahrzehnte geradezu eingesperrt in dogmatischen Vorgaben und idiotischen Richtlinien (man durfte selbst bei größter Hitze nicht einmal das Sakko ausziehen etc.). Freilich, in Zeiten großen Mitglieder-schwundes ist auch den Hardlinern in der Kirchenleitung bewusst, dass Jugendtage im alten Stil die Jugend nur noch schneller aus der Kirche bringen würden. Insofern ist es (leider) wohl weniger die Einsicht in die Richtigkeit und Unabdingbarkeit von Freiheit und Eigenverantwortung als in die Notwendigkeit der Zeit, in der aus der Not eine Tugend gemacht werden musste ...

Die beiden Predigten am Himmelfahrtstag und der Gottesdienst des Stammapostels am Sonntag waren zwei Veranstaltung unter vielen, wenngleich natürlich für viele Jugendliche der Sonntagsgottes-dienst den Höhepunkt darstellt. Dagegen ist im Grunde auch nichts einzuwenden - es war eine kirchliche Veranstaltung und dazu gehört nun einmal der Gottesdienst. Nimmt man die Predigt des des Sonntagsdienstes wohlwollend zur Kenntnis, so bleiben wohl in erster Linie die Vorstellungen von Nächstenliebe als weitergegebener Gottesliebe in Erinnerung. Wie das aber konkret aussieht, wo der selbst bestgemeinten Menschenliebe die Grenzen eben dieses Menschseins aufgezeigt werden, wo ein Zuviel an Liebe auch schnell in Verhätschelung übergehen und damit ein Verwöhnsyndrom erzeugen kann, welches Egoisten und Narzissten züchtet, das und manches mehr wurde in der Predigt des Kirchenoberhaupts erst gar nicht thematisiert. Ebenso das Problem, dass Liebe mit Verständnis zu tun hat und Verständnis mit Verstand, sodass Liebe ohne Verstand eigentlich kaum möglich sein würde, hätte man sich in dieser Predigt noch näher erläutert gewünscht.

Auch die alte Volksweisheit, dass selbst der Frömmste nicht würde in Frieden leben könnten, wenn dies dem bösen Nachbarn nicht gefällt, ist ein Problem, das bis heute nach einer Lösung sucht - auch Jesus hat zu seiner Lebzeit keine diesbezügl. universal gültige Lösung vorgestellt. Diese und viele ande-re Dinge sind es, die den Alltag der Liebe ausmachen, in dem sich das schnell dahingesprochene Abstraktum 'Liebe' letztlich würde bewähren müssen. Wenn sich dann auf Seiten der Jugendlichen - auch wenn es Einzelfälle sein mögen - aber auch mal Enttäuschung breitmacht und die Defizite vielleicht auch einmal etwas drastisch beim Namen genannt werden (wie hier), dann folgt leider, leider wieder die alte typische Kirchenreaktion der Zensur, weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Schade, denn daraus hätte man so viel mehr machen können ...

Wie sehr die neuapostolische Kirche sich trotz allen Veranstaltungsbrimboriums nicht vom Fleck bewegen kann, zeigte auch die ca. 1,5 Std. dauernde 'Podiums-Diskussion', die mit Diskussion so wenig zu tun hatte wie ein militärischer Morgenappell mit einem Sonnenbad. Zwar wurde das 'äußere Format' an die typischen Fernsehtalkrunden angepasst, aber Einwände und Gegenrede waren nicht erlaubt. So war es besten-falls ein multiples Interview, welches - man ahnte es schon von weitem - letztlich hauptsächlich der Selbstdarstellung der Apostel und des Stammapostels dienen sollte. Das alles erinnerte streng an die gnadenlose Charakterisierung der üblichen Fernsehtalkshows als "öffentliche Bedürfnisanstalten zur Entleerung nichtssagender Sprechblasen" (Georg Schramm). Jedenfalls konnte man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass Fragen oder gar Einwände, die das systemische Gefüge der Kirche oder die geistliche Hoheit des Gefragten auch nur ansatzweise in Frage stellen könnten, um jeden Preis zu vermeiden waren - auch den der Redlichkeit, Aufrichtigkeit und Wahrheit.

Dabei waren die Themenbereiche der Fragen gar nicht einmal so schlecht gewählt: "Wieviel Glauben braucht die Welt? Wieviel Gemeinde braucht der Glaube? Und wieviel Einheit braucht die Kirche? Antworten gab es auf dem Podiumsgespräch mit dem Stammapostel auf dem IJT – und die hängen sogar zusammen." Daraus hätte man durchaus einiges machen können, was aber bereits eine Modera-torin vorausgesetzt hätte, die zuallererst selber auf der Höhe der Thematik hätte sein müssen, um zweitens dann überall dort einhaken zu können, wo Antworten - bewusst oder unbewusst - die Problematik mehr verschleierten als zur Aufklärung beitrugen. Leider war das gute Mädchen damit aber offensichtlich überfordert oder Nachhaken bzw. in die Tiefe bohren war nicht erlaubt. Wie sonst ließe sich erklären, dass Einheit und Vielfalt sich nicht ausschließen müssen oder umgekehrt dass Glaube und Gemeinde nicht notwendigerweise zusammengehören müssen usw..

Mit der Unfähigkeit oder dem Verbot zusammenhängend, in kritische Tiefen vorzudringen, war die Tatsache, dass die wahrscheinlich handverlesenen oder anderweitig kontrollierten Fragen (auch die zum Ende hin unmittelbar aus dem Publikum per Handy nachgereichten Fragen waren mit Sicherheit kontrolliert bzw. aussortiert worden) erst gar keine Diskussion aufkommen ließen. Gerade deshalb wäre es unumgänglich notwendig gewesen, dass Frederike Gottschalk die Initiative ergriffen und die Antworten nicht per se mit einem artigen 'Vielen Dank lieber XY' einfach ad acta gelegt hätte. Von der professionellen Moderatorin und Redakteurin wäre eigentlich zu erwarten gewesen, dass sie mangel-hafte Antworten aufgreift und im Sinn der Fragestellung richtig stellt.

Vor allem, wenn der oberste Gralshüter der NAK wissentlich Aussagen macht, die mit der Realität nun weiß Gott nicht übereinstimmen. Beispielsweise wenn er behauptet, dass die Formen der Seelsorge oder die Ordination von Amtsträgern an die jeweilige Kultur oder Gemeindesituation gebunden wären, da, so Stap. Schneider"Das Amt nicht ohne Gemeinde geht, indem der Amtsträger in der Gemeinde auch an- und aufgenommen werden muss".  Auch wenn sie u.a. für die NAK Süddeutschland tätig ist, muss ihr die journalistische Freiheit eingeräumt werden, eine solche Antwort nicht unkommentiert durchgehen zu lassen. Wie so eine Diskussion und die dazu gehörige Moderation laufen könnte, sei beispielhaft hier aufgezeigt.

Stattdessen trug sie die Fragen nicht nur nahezu regungslos vor, sondern enthielt sich brav jeglichen  Kommentierens, obwohl eine ganze Reihe der Antworten ein an Genauigkeit, Praxistauglichkeit oder Glaubwürdigkeit orientiertes Nachhaken eigentlich dringend notwendig gemacht hätten. Da wurde beispielsweise von der Notwendigkeit gefaselt, das Evangelium quasi zu tabuisieren, um es selbst noch vor der kleinsten Veränderung einer neuen Deutung zu schützen, ohne dass auch nur einmal nach-gefragt worden wäre, was der Betreffende überhaupt unter Evangelium verstünde (geschweige denn, was er im Einzelfall vor Veränderung schützen wollte).

Viel lieber wird dann flott weiter schwadroniert, u.a., dass die Umsetzung des Evangeliums auf Gemeindeebene eigentlich doch jeden beträfe, mit anderen Worten, dass jeder für die gemeindliche Reinheit des gelebten Evangeliums Verantwortung zu übernehmen hätte. Wie dies dann allerdings in der Praxis aussehen sollte - vor allem im Fall von kontroversen Ansichten, einseitiger Bevormundung, Gemeindemobbing und anderen Streitigkeiten usw. - und welche 'Evangelien-Kompetenzen' dem einzelnen von der Kirchenleitung überhaupt eingeräumt werden würden, darüber schwieg des Apostels Höflichkeit. Trotzdem (oder vielleicht auch gerade deswegen) klatschten die meisten der Zuhörer artig Beifall, was man jetzt, je nach eigener Erfahrung, in die eine wie in die andere Richtung deuten mag ...

Eine weitere schweigsame Höflichkeit zeitigte die fast schon ketzerische Frage nach dem dramatischen Mitgliederschwund innerhalb der NAK. Darauf bezogen argumentierte der Stammapostel, dass er dies nicht überbewertet wissen wolle, da dies in erster Linie 'nur' Europa und Nordamerika beträfe, die ihrerseits aber nur wenige Prozent der neuapostolischen Gesamtmitglieder ausmachten. Die Statistiken der weltweiten Mitgliederentwicklung der letzten 20 Jahre sagen indes etwas ganz anderes aus, so z.B., dass der größte Rückgang in absoluten Zahlen in Afrika zu verzeichnen ist. Insofern stellt sich naturgemäß die Frage, ob der Stammapostel darüber nicht informiert ist oder ob er das gegen-über der weltweiten Jugend einfach ausgeblendet wissen wollte.

Auf die vielen Fragen aus dem Publikum, die sich letztlich auf die eine oder andere Weise mit der eigenen Selbstbespiegelung wie auch jene der neuapostolischen Kirche beschäftigten (wie würde man die NAK und ihren Glauben in fünf Wörtern zusammenfassen, Frage nach dem Lieblingsbibelwort, Amtsträger, die Zweifel an der Würdigkeit für ihr Amt haben, o.ä.), möchte ich aufgrund ihrer offensichtlichen Banalität hier nicht weiter eingehen. Ich hätte mehr Substanz und differenziertes Denken von den Jugendlichen erwartet.

Nachtrag:   

Wie durchaus intelligent und nachhaltig Jean-Luc Schneider in wichtigen Lebensfragen, wo es nicht um seine Kirche geht, argumentieren kann (z.B. hier) und wie viel er tatsächlich zu sagen hätte, kam in dieser 'Podiumsdiskussion' vor so vielen Jugendlichen so leider nur selten zum tragen. Schade - die Gelegenheit wäre da gewesen. Im Blick auf andere Kirchenführer scheint dies u.U. sogar ein epigene-tisches Problem zu sein ...



Anzeige vom Januar 2019:

Der neue Jahresmotto-Kalender ist da ...

Dank der großartigen grafischen wie teilweise auch textlichen Umsetzungsleistung der freischaffenden NAK-Kritiker (Franz-Christian Schlangen/canities news und Dieter Kastl/naktalk) konnte das neuaposto-lische Jahresmotto-Kalendarium mit nun der Realität entsprechenden Bildaussagen rechtzeitig fertig-gestellt werden. Das hier vorgestellte Deckblatt - im Original ungefiltert - zeigt die BAV-Gemeinschaft im letzten Jahr (siehe nak.org). Auch der dazu gehörige Text entspringt dem offiziellen Stand des Heiligen Geistes von 2018.

Dieser Kalender ist alternativ zum NAK-Kalendendarium des jeweils monatlich modifizierten Jahres-mottos zu sehen, in dem neuapostolische Christen ihre Sicht des göttlichen Reichtums zum Ausdruck bringen. Der nachfolgend zitierte Kalender lässt nun die Bezirksapostel selber zu Wort kommen, indem er zeigt, von welchem Reichtum sie ausgehen.

Leider ist dieser in seiner Aufrichtigkeit geradezu einzigartige Kalender wegen der nicht erwarteten Nachfrage nicht mehr an den üblichen Geldannahmestellen der Neuapostolischen Kirche erhältlich. Wir werden uns jedoch bemühen, Restbestände dieses Unikats  demnächst bei eBay anzubieten.

Nachtrag 1:

Ein erster Kalender ist, wie Canities News mittlerweile mitteilt, schon bei eBay aufgetaucht. Auch wenn der Anbieter nur einen einzigen Kalender offeriert, ist nicht bekannt, ob von anderer Seite nicht weitere Angebote folgen - je nachdem, wie gut dieser erste Kalender weggeht. Es bleibt spannend, wieviel den Mitgliedern diese Alternative wert ist.

Nachtrag 2:

Mittlerweile gehen wir auf das Zehngebot zu (8 Gebote sind es schon), wodurch die Sache einen alttestamentarischen Charakter bekommt: 10 Gebote gab Gott der Herr seinem Knecht Mose für sein auserwähltes Volk Israel - mal sehen, wie viel Gebote Gott der Herr für seine höchsten Knechte abgibt bzw. wie viel sie ihm wert sind ...

Nachtrag 3:

Das göttliche Zehngebot wurde bei der eBay-Versteigerung tatsächlich erreicht - ein vielsagender Zufall oder göttliche Fügung ...? Vielleicht werden wir irgendwann auch noch den glücklichen Bieter ausfindig machen, um ihm gratulieren zu können.




Teil 2: Theologische und religionswissenschaftliche Artikel zur NAK    

Im Folgenden befasst sich diese Unterseite zur neuapostolischen Kirche mit den theologischen und religionswissenschaftlichen Widersprüchen dieser Glaubensgemeinschaft, wozu auch jene Aspekte gehören, welche ihre spezifische Sektenthematik ausmachen. Damit dient diese Seite sowohl der eigenen Aufarbeitung als auch als Warnung für all jene, die - noch drinnen oder mit dem Gedanken des Eintritts spielend - Gefahr laufen, sich mit pseudo-christlichen Halbwahrheiten einlullen zu lassen von Systemagenten, die mit Christentum, wie es Jesus vorgelebt hatte, sehr wenig am Hut haben. Dies lässt sich anhand zahlloser Beispiele einwand- und widerspruchsfrei nachweisen. Einige dieser Beispiele, vor allem solche, die sich mit der theologischen Seite befassen, werden in den nachfolgenden Artikeln beschrieben.

Der Standard im Netz in der Frage von NAK-Ausstiegshilfen
Der Standard im Netz in der Frage von NAK-Ausstiegshilfen

Dabei müssen wir freilich zunehmend die Lehränderungen im Auge behalten, deren Halbwertzeiten sich immer mehr verringern. Detlef Streich hat sich die Mühe gemacht, alleine die Änderungen der Lehre in der Amtszeit von Jean-Luc Schneider sukzessive zu dokumentieren und lexikalisch zu ordnen (siehe hier). Daraus wird u.a. ersichtlich, wie sehr die Funktionäre der neuapostolischen Kirche bemüht sind, ohne viel Aufhebens alte Lehren ad acta zu legen und durch neue, ökumenisch angepasste, zu ersetzen, ohne gleichzeitig das Apostelamt und damit ihre Macht und ihren Status in Frage zustellen. Das heißt: Lehränderungen - ja (so diese denn unumgänglich sind ...). Systemänderungen - nein, auf gar keinen Fall (Stap. J.-L. Schneider: "Wir werden die neuapostolische Kirche nicht auf den Kopf stellen").

Meine persönliche Sicht: Das wäre auch gar nicht nötig. Es würde schon reichen, wenn die traditionelle Bauch-, sprich Glaubenslastigkeit, zugunsten einer vernünftigen Kopf-, sprich Erkenntnislastigkeit, weichen dürfte. Denn auch Glaubenssätze brauchen Begründung, wollen sie nicht im luftleeren Raum offen sein, für jede noch so kindhafte Interpretation. Ein Glaube, der nicht trägt, lohnt auch nicht vorgetragen zu werden. Dies sollen die nachfolgenden Aufsätze und Artikel verdeutlichen.


Download
Scheinreform Amtsverständnis (09. Juni 2019)
Am Beispiel Amtreformen (neues Amtsverständnis) zeigt der Autor, was unter Reformen in der neuapostolischen Kirche wirklich zu verstehen ist. Der Beitrag stand früher in verkürzter Form weiter oben auf dieser Unterseite.
Scheinreform Amtsverständnis.pdf
Adobe Acrobat Dokument 408.0 KB

Download
Eine neue Auferstehungsordnung ward geboren (Mai 2019)
Zum Pfingstfest des Jahres 2003 fand in der neuapostolischen Welt ein bedeutender eschatologischer Paradigmenwechsel statt. Ihr missionarisches Aushängeschild der "Ersten Auferstehung" wurde runderneuert.
Neue neuapostolische Auferstehungsordnun
Adobe Acrobat Dokument 257.3 KB

Download
Eschatologische Realsatire (März 2019)
Die BAV hat im Herbst 2018 zum wiederholten Male versucht, den genauen Fahrplan nebst Freifahrtscheinen für die unmittelbare Zukunft des neuapostolischen Brautzugs festzumachen.
Eschatologischer Eiertanz.pdf
Adobe Acrobat Dokument 316.2 KB

Download
Der ethische Haken, an der neuapostolischen Eschatologie (März 2019)
Exklusive Entrückung vor dem Verderben unter moral-ethischen Gesichtspunkten betrachtet
Aus Gnaden erwählt und zum Verderben ver
Adobe Acrobat Dokument 289.0 KB

Exklusivismus ist ökumenefeindlich, nicht jedoch Exklusivität

 

Hinter obigem Titel (bitte anklicken) verbirgt sich ein auf NakTalk veröffentlichter Gastbeitrag zum Thema der Ökumenefähigkeit der Neuapostolischen Kirche. Dabei geht es um die häufige Verwechslung zweier theologisch verwendeter Begriffe: Exklusivismus versus Exklusivi-tät. Sie ist nicht nur Stolperstein in der Frage von Ökumene und geschwisterlichem Miteinander, sondern bildet auch die Grundlage für ein aufgeklärtes christliches Wahrheitsverständnis, ohne welches Religion fundamentalisiert würde.

Während Exklusivität konfessionsspezifische Alleinstellungmerkmale in den Mittelpunkt stellt (z.B. Marienglaube, weibliche Priesterschaft, Apostelamt, Anzahl der Sakramente usw.), gibt Exklusivismus vor, im alleinigen Vollbesitz der Wahrheit zu sein und damit allein den Zugang zu göttlicher Erlösung und göttlichem Heil zu besitzen. Ursprung dieses Irrtums sind interessenbehaftet oder falsch interpre-tierte Bibelstellen, z.B. solche, nach denen Jesus einen einzigen Weg für Heil und Erlösung gelegt hätte. Dabei ging es ihm nicht um den Weg, sondern das Ziel. Mit anderen Worten: Er hatte keine Weg zum Ziel gelegt, sondern die Richtung auf das Ziel vorgegeben - nur solches macht auch Sinn, denn er konnte seine Verhältnisse und die sich aus ihnen stellende Anforderungen unmöglich als maßgebend für alle spätere Zeiten übertragen. Jeder Mensch muss nun aufgrund seiner zeit- und kulturbedingten Möglichkeiten und Fähigkeiten (oder Pfunden/Talenten wie Luther das übersetzt hatte) versuchen, diese Richtung in den Stürmen seines Lebens zu finden und bestmöglich beizubehalten - alles andere liegt ohnehin in Gottes Hand.


Download
Neuapostolische Apostolizität kritisch hinterfragt (Oktober 2016)
Einige Anmerkungen zu einem Vortrag des neuapostolischen Cheftheologen, Dr. Reinhard Kiefer, zur Thematik der neuapostolischen Apostolizitätsvorstellung
Neuapostolische Apostolizität.pdf
Adobe Acrobat Dokument 428.6 KB

Download
Mangelnde Ursachenforschung zur gegenwärtigen Glaubenskrise (Oktober 2016)
Die Klage des neuapostolischen Kirchenoberhauptes über die zunehmende Säkularisierung und sein Appell zu regelmäßigerem Kirchgang als Voraussetzung für eine Beziehung zu Jesus Christus bedarf einer genaueren Betrachtung.
Mangelnde Ursachenforschung zur gegenwär
Adobe Acrobat Dokument 480.1 KB

Download
Ökumenisches Reinheitssiegel trotz exklusiver Erwählung - Teil III (um Auszüge eines Leserbriefes aktualisiert am 26. 09. 2016)
Das neuapostolische Pendant zur katholischen Glaubenskongregation feilt an einer neu geschärften Kirchen- und Erwählungsdoktrin
Ökumenisches Reinheitssiegel trotz exklu
Adobe Acrobat Dokument 560.9 KB

Download
Ökumenisches Reinheitssiegel trotz exklusiver Gotteskindschaft - Teil II (Schluss aktualisiert am 26. 07. 2016)
Wird die Ökumenetauglichkeit der Neuapostolischen Kirche an ihrer exklusiven Gotteskindschaft scheitern ...?
Ökumenisches Reinheitssiegel trotz exklu
Adobe Acrobat Dokument 521.2 KB

Download
Ökumenisches Reinheitssiegel hat nichts mit aufgeklärter Vernunft und religiöser Wahrhaftigkeit zu tun - Teil I (15.06.16)
Die Neuapostolische Kirche scheint mit ihrer Taktik erfolgreich zu sein, sich das ökumenische Gütesiegel mit augenwischerischer Kirchendiplomatie zu erkaufen ...
Aufgeweichte ökumenische Bewertungsmaßst
Adobe Acrobat Dokument 434.5 KB

Download
In Fragen des neuapostolischen Ökumeneverständnisses (05.04. 2015)
In seiner Berliner Predigt zum Gottesdienst für Verstorbene rückte Stap. J.-L- Schneider die Autorität des neuapostolisches Apostelamtes in den Mittelpunkt des jenseitigen und diesseitigen kirchliches Interesses. Dabei entwickelte er ganz bewusst diverse Feindbilder ...
Zum neuapostolischen Ökumeneverständnis.
Adobe Acrobat Dokument 660.8 KB

Download
Kommentar zur EZW-Einschätzung der Ökumenetauglichkeit der NAK (24.03.2014)
Kai Funktschmidt, wissenschaftliches Mitglied der Evangelischen Zentrale für Weltanschauungsfragen (EZW), hat in seinem jüngsten Artikel der NAK grundsätzliche Ökumenetauglichkeit bescheinigt. Die nachstehenden Kommentare auf der verlinkten Website zeigen, warum dies ein Irrglaube ist.
Ökumenische Fehleinschätzung der Neuapos
Adobe Acrobat Dokument 335.8 KB

Download
Aufarbeitung von Unrecht (24.03.2014)
Die Aufarbeitung von Unrecht setzt grundsätzliche Lebenseinstellungen voraus, ohne die Aufarbeitung und nachfolgend Versöhnung nicht möglich sind. Dieser Artikel beschreibt, wie es gehen kann.
Vorbild in der Aufarbeitung von Unrecht.
Adobe Acrobat Dokument 213.8 KB

Siehe zu obigem Aufsatz auch folgenden Vortrag


Download
Ein (neu)apostolischer Nichtangriffspakt (04. Dez. 2014)
Nach außen und auf dem Papier hat nach fast 60 Jahren endlich Versöhnung stattgefunden zwischen der Neuapostolischen Kirche und Teilen ihrer hinausgeworfenen Kinder. Aber der Mangel an Voraussetzungen, ohne welche Versöhnung gar nicht möglich ist, lässt andere Ursachen ins Blickfeld geraten.
Ein (neu)apostolischer Nichtangriffspakt
Adobe Acrobat Dokument 391.3 KB

Download
Neuapostolische Kirche zwischen Botschaftsaufarbeitung und ACK-Beitritt (21.11.2013)
Brief mit Aufsatz zur Frage der Versöhnungsbereitschaft der Neuapostolischen Kirche, gesendet als Verteiler an:
Dr. Harald Lamprecht und Dr. Reinhard Hempelmann,
Dr. Hansjörg Hemminger,
Dr. Kai Funkschmidt,
Anette Kick, Pfarrerin
Verantwortliche der ACK Frankfurt,
Ap. Armin Groß (VAG),
Stap. Jean-Luc Schneider (NAK),
Peter Johanning (NAK),
Thomas Gandow (Sektenbeauftragter)
Vergebung und Versoehnung setzen sichtba
Adobe Acrobat Dokument 585.1 KB

Kommentar zur Einschätzung der NAK seitens der EZW
Rudolf Stiegelmeyr / 23.03.2014 
Es wäre müßig, Dr. Funkschmidts Kommentar nach Fehleinschätzungen zu analysieren hinsichtlich der Frage, was die NAK ist und was sie will bzw. warum sie dies will. Es möge genügen, darauf zu verweisen, dass der darin zum Tragen kommende Hauptirrtum bereits in der Ursachenfrage des Reformprozesses liegt (Punkt 2). So ist es mitnichten so, dass das Aufbrechen der gewollten Selbstisolierung der NAK aus ihr selber heraus entstand. Der Grund Richard Fehrs für eine begrenzte Öffnung lag in der in den 1980er Jahren nicht mehr zu verheimlichenden Erkenntnis, dass die eigene sektenhafte Führungs- und Glaubensverwaltungsmentalität weder zeitgemäß noch einer zunehmend mündiger werdenden Glaubensklientel noch vermittelbar war. Die durch das Vatikanum II auf religiöser und durch die 1968er Kulturrevolution auf säkularer Ebene ausgelöste Skepsis in großen Teilen vor allem der jüngeren Bevölkerung in Fragen autoritärer Führungsstruk-turen und intransparenter Herrschaftsallüren ließ die Akzeptanz neuapostolischen Denkens zunehmend schwinden. Dies hatte Richard Fehrs Vorgänger im Amt, Stammapostel Hans Urwyler, bereits zu Beginn der 1980er Jahre erkannt und darauf mit einer Reihe von (teilweise heftigen) innerkirchlichen Neuerungen reagiert.
Fehr setzte diesen Kurs weniger aus eigener Überzeugung als vielmehr aus der Erkenntnis heraus fort, dass eine Rückkehr in die sektiererischen Abschottungsstrategien der 1960er Jahre aus vielerlei Gründen nicht mehr möglich war. Ihm war zu dieser Zeit (Mitte der 1990er Jahre) noch nicht bewusst, welche medial umwälzenden Ereignisse durch das Aufkommen des Internet und der damit verbundenen und von unten erzwungenen Transparenz auf ihn und seine Kirche zukommen sollten. Einmal in Gang gekommen, ließen die kommunikativen Möglichkeiten des Internet und damit verbunden das immense Aufdeckungspotenzial der zahllosen Irrlehren und innerkirchlichen Missstände die NAK nicht mehr zur Ruhe kommen. Entgegen dem, was der Artikel mehr oder minder unterschwellig suggeriert und was EZW und ACK bis heute leider immer noch zu glauben scheinen, war die Kirchenführung in keiner der daraus entstehenden Entwicklungen der proaktive Handlungsträger, sondern immer nur der reaktive Handlungsgezwungene. Auch wenn die NAK-Kirchenführung dies ebenso naturgemäß wie systemisch blind bis heute leugnet – die Wahrheit ist erwiesenermaßen - in zahllosen Internetartikeln (siehe die Bilderlinks ganz oben) ebenso wie in Büchern - die, dass die Verantwortungsträger der NAK immer nur scheibchenweise das einge-standen bzw. zu verändern trachteten, was sich entweder nicht mehr länger leugnen ließ oder aber so offenkundig falsch war, dass ein weiteres Beharren ihrer Glaubwürdigkeit mehr geschadet hätte als ein Eingeständnis in die eigene Fehlerhaftigkeit. Man nennt dies im NAK-Neusprech "Lehr-schärfungen", was allerdings der tatsächlichen Wirklichkeit nicht immer gerecht wird. Denn Lehr-schärfungen sind nur die eine Seite. Sie ist zu trennen einerseits von Lehränderungen (z.B. die stammapostolische Schlüsselgewalt über die Jenseitsbereiche oder die inhaltliche Verschiebung der Exklusivität im Taufsakrament hinein in das Versiegelungssakrament usw.) und andererseits von dogmatischen Änderungen (z.B. das Dogma der Bischoff-Botschaft usw.). Im Gegensatz zu den Schärfungen wurden die Änderungen wenn überhaupt so nur bruchstückhaft dem Glaubensvolk mitgeteilt und schon gar nicht der Versuch unternommen, damit gleichzeitig den völlig unchristlichen Anspruch der apostolischen Irrtumslosigkeit aufzugeben - denn das wäre seit langem der erste notwendige Schritt zu einer Ökumenebereitschaft.
So kann im Zusammenhang mit den ständig hinterher hinkenden theologischen wie ekklesiolo-gischen Anpassungen an längst erkannte christliche Wirklichkeiten in keiner Weise von einem Reformprozess, geschweige denn von Ökumenefähigkeit gesprochen werden. Diese würden, neben Reformfähigkeit und -willigkeit, vor allem auch Offenheit und Kritikfähigkeit sowie Wahrheits-fähigkeit voraussetzen, alles Eigenschaften, die der NAK samt und sonders fehlen. Auch der neue Katechismus ist für den, der zwischen den Zeilen zu lesen gelernt hat und das Wording der NAK kennt, nur eine Verklausulierung der altbekannten Sektendenke, nach denen sich das Werk Gottes und alle damit verbunden Heilsexklusivismen und erlösungsorientierten Zukunftsgarantien dank des hauseigenen Apostolats ausschließlich in der NAK befinden, weshalb aus dieser Binnensicht das übrige Christentum zum Schrumpfchristentum herabgewürdigt wird. Daran rütteln auch die vielen schmeichelnden Ergebenheitsadressen und Reformbeteuerungen in Richtung der ökumenischen Dachverbände nichts. Um es in den Worten eines zeitgenössischen Philosophen zusagen: Solang das alte Gift von Drohbotschaft statt Frohbotschaft, von Exklusivismus statt Inklusivismus, von bedingungshaftem statt von universalem Heil, von autoritär-hierarchischem statt partnerschaft-lichem Miteinander usw. noch im Glaubensschrank steht, bestimmen in der Außenwahrnehmung lediglich die zeitlichen Verhältnisse bzw. kirchenpolitischen Machtkonstellationen und nicht reform-bedingt gewonnene Überzeugungen, ob (und ggfs. wann) das Gift wieder gesellschaftsfähig wird oder nicht. In der Binnenwahrnehmung steht ohnehin das exklusivistisch vertretene Alleinstellungs-merkmal der endzeitlichen Heimholung der hauseigenen Glaubenselite. Mit den Worten der amerik.-luther. Religionswissenschaftlerin Barbara Rossing aber bedeutet dies nichts anderes als: "Solange es Endzeitgemeinschaften gibt, die eine exklusive (oder gar heimliche) Entrückung zum Ziel ihres Glaubens machen, solange können und müssen solche Gemeinschaften als unchristliche Sekten angesprochen werden. Die traumatische Art der dadurch psychisch Geschädigten lässt keine andere Schlussfolgerung zu." 

Download
Leberstellungnahme zur Bischoff-Botschaft (geringfügig den jüngsten Entwicklungen angepasst im Juni 2013)
Kommentar zur Stellungnahme von Stap. W. Leber zur Botschaft, der das eigentliche Übel in den Mittelpunkt stellt.
Leberstellungnahme zur Botschaft.pdf
Adobe Acrobat Dokument 75.7 KB

Download
Die Verteidigung der Botschaft des J.G. Bischoff (Dezember 2007)
Ehemals auf 'Mediasinres' veröffentlichter Fachaufsatz zur Thematik des neuapostolischen Botschaftsglaubens, der beispielhaft steht für den biblischen wie theologischen Aberglauben von Endzeitsekten
MIR-Botschaftsaufsatz.pdf
Adobe Acrobat Dokument 172.9 KB

Download
NAK-Katechismus-Ära (in blau aktualisiert am 12. Mai 2013)
Der evangelische Kirchentag in Hamburg hat erste kritische Reaktionen zum neuen NAK-Katechismus laut werden lassen. Einige der wesentlichen Problemfelder kommen hier zur Sprache.
Die Katechismus-Ära der NAK.pdf
Adobe Acrobat Dokument 88.2 KB

Download
Aus Gnaden erwählt ...? (aktualisiert Sept. 2012)
Auszug aus meinem gleichnamigen Standardwerk zur Neuapostolischen Kirche (Band 1)
Aus Gnaden erwählt.pdf
Adobe Acrobat Dokument 103.9 KB

Download
Christliche Exklusivismen (Dez. 2010)
Gedanken zur viel diskutierten Thematik der Ökumeneunfähigkeit der Neuapostolischen Kirche auf CiD und Glaubenskultur, eine Unfähigkeit, die in unterschiedlicher Form und Intensität auch andere Glaubensgemeinschaften werden überwinden müssen.
Kap.4-Heilspartikularismen.pdf
Adobe Acrobat Dokument 93.1 KB

Download
Beansprucht oder Beauftragt? (Oktober 2009)
Fachaufsatz von Roland Z. zur Frage der Legitimation des neuapostolischen Apostolats
Beansprucht+oder+Beaufragt.pdf
Adobe Acrobat Dokument 77.0 KB

Download
Neuapostolische Heilsverständnisse (November 2007)
Ehemaliger MIR-Kommentar zu den Aussagen von Apostel Volker Kühnle in der Frage des neuapostolischen Heilsverständnisses und seiner Konsequenzen
Neuapostolische Heilsverständnisse.pdf
Adobe Acrobat Dokument 90.9 KB


Geburtsstunde der Neuapostolischen Kirche

 

Im Jahr 2013 veröffentlichte die Hessische Gebietskirche der NAK eine Geschichtsserie, welche das angeblich 150-jährige Bestehen der NAK propagiert und deren Geburtstag geschichtlich auf das Jahr 1863 datiert.

Dieser Auszug aus meinen zweiten Band "Aus Gnaden erwählt" dient der relativierenden Richtig-stellung dieses neuapostolischen 'Glaubens-' und konfessionellen 'Übernahmeanspruchs' - um nichts anderes handelt es sich. Leider konnten sich in der Kirchenleitung die Hardliner wieder mal durch-setzen und so wurde 2013 zum 150. Jubiläumsjahr der Kirche bestimmt - auch wenn die Fakten samt und sonders dagegen sprechen. (Näheres dazu in meinem zweiten Band "Aus Gnaden erwählt ...?")

 


Auswahl an Kommentaren des Autors auf anderen Webseiten

Und Gott der Herr sprach ...
Und Gott der Herr sprach ...