Unsere ehelichen Urlaubs-reisen mit eigenem Wohnmobil begannen Anfang der 1990er Jahre - ein schnittiger VW-Bus mit SCA-Hochdach und Innenausbau in Echtholzimitation. Sein 70-PS Turbo-diesel machte das 2,8-T-Gefährt zu einem flotten Wohnmobil, das sich wie ein Pkw fuhr, freilich mit dem großen Vorteil der erhöhten Sitzposition, welche viel zu einem vorausschauenden und gleichzeitig auch sehr bequemen Fahrstil beitrug. Als Kastenausbau hatte er, abgesehen von der hochdachbe-dingten Höhe, auch die Maße eines normalen Mittelklassewagens (LxBxH: 4636x1844x2920), was ihn vor allem im innerörtlichen Verkehr äußerst wendig machte, kaum Parkprobleme bescherte und selbst beim Rückwärtsfahren sehr übersichtlich machte.

 

Dank seines Heckmotors empfand man im Fahrerhaus keinerlei Lärm, wie dies bei Frontmotoren üblich ist, was aber auch Nachteile barg. So war der VW-Bus durch seinen Heckmotor nicht gerade ausbaufreundlich, weil er dort Platz wegnahm, wo man ihn brauchte, z.B. für eine große Hecktüre oder einen Heckausbau in Stehhöhe. Er hatte nur eine Heckklappe, die allerdings bei Regen sehr praktisch sein konnte, nicht zuletzt für 'naturnahes' Duschen mittels einer Außendusche. Sein 60l-Gastank und ein 80l-Wassertank machten ihn relativ unabhängig und sein geringes Gewicht im Verbund mit großen Breitreifen machten selbst Sandstrände noch zugänglich.

 

Fahrradträger am Heck (das berühmte Paulchen) sorgte für Mobilität am jeweiligen Urlaubsort und das Hochdach lieferte den nötigen Stauraum, den eine längere Fahrt notwendig machte, ohne gleichzeitig, wie die großen und schwereren Alkoven-Mobile, deutliche Abstriche machen zu müssen, was die Wahl der Wege und damit die Zugänge zu schönen Standplätzen betraf. Dies war schließlich auch das Wahlkriterium für den relativ teureren Kastenausbau gewesen: Handlichkeit und bestmögliche Fahrbereit-schaft auf nahezu allen Wegen - solange diese trocken waren ...