Sprachkritische Aufsätze und Artikel

Englisch soll Amtssprache werden in Deutschland  (Mai 2015)

 

Europa ist wirtschaftlich wie politisch zerstrittener denn je. Der flächendeckende Euroraum war von Anbeginn an zum Scheitern verurteilt. Zu groß waren seine kulturellen, wirtschaftlichen und politischen Unterschiede, geistige Wurzeln, die sich nicht einfach über eine übergestülpte Gemeinschaftswährung würden kappen und wie Unkraut herausreißen lassen. Die Utopie einer Vorstellung von den Vereinigten Staaten von Europa war schon in ihrem ersten Denkansatz zum Scheitern verurteilt. Nun soll sie durch ein weiteres künstliches Überstülpen, dieses Mal einer gemeinsamen Amts-sprache, doch noch gerettet werden. Doch auch diese Idee ist von Anbeginn an zum Scheitern verurteilt. Sprache ist geronnene Kultur und versinnbildlichtes Denken. Jeder Übersetzer weiß, dass Übersetzen eigentlich ein Ersetzen ist, denn der Geist, der hinter den Worten und Sätzen steht, geht verloren.

Sicherlich ist eine zigfache Übersetzung des ganzen administrativen Papierkrams, den die Eurobürokraten jeden Tag mehr oder minder sinnlos produzieren, ebensowenig eine Lösung. Aber dies kann und darf nicht dazu führen, dass eine nationale Sprachkultur in einigen Jahrzehnten bestenfalls noch in den heimischen Wänden und auch dort nur noch rudimentär gesprochen wird. Eine Sprachkultur, die Literatur und Kultur von Weltrang hervorgebracht hat. Nicht zufällig spricht man nicht nur in deutschen Landen von der Sprache und Kultur der Dichter und Denker. Die deutsche Sprache und Kultur hat über Jahrhunderte hinweg Europa und die ganze Welt im besten Wortsinn geprägt. Geprägt in einem inspirierenden Sinn, nicht in einem destruktiv-vereinnahmenden Sinn, wie das die amerikanische Anti-Kultur heute tut.

Auch kulturelle und mit ihnen sprachliche Werte sind messbar und verifizierbar. Und dies nicht mittels einer quantitativen Messlatte von Bestsellern oder anderweitig hohen Auflagen, sondern über den Feingeist, der freilich nur von denen erkannt wird, die zu feingeistigem Erkenntnisgewinn fähig sind. Auch Goethe und Schiller waren niemals Bestseller. Aber sie waren, anders als Harry Potter & Co., im besten Sinn Literatur von Weltrang und -ruf. Ein Ruf, der nicht von den Lesern bestimmt wird, sondern von der Sprache und dem Inhalt des Geschriebenen oder Gesagten. Genau diese Messlatte aber wird endgültig zerstört werden, wo Eurobürokraten einen sprachlichen Fremdkörper als Mittel zum Zweck einer künstlichen Vereinheitlichung nationaler Kulturen machen. Dagegen sollten sich alle Europäer wehren.


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Anglizismen auf dem Abstellgleis
Artikel der Zeitschrift "Deutsche Sprachwelt"
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Petition gegen eine Vereinnahmung unserer Kultur

 

Liebe Leser meiner Webseite,

                                                                             

ich habe auf openPetition eine Petition unterschrieben, die uns alle angeht. Unterzeichnen deshalb auch Sie:

 

https://www.openpetition.de/petition/online/mehr-deutsche-musik-im-radio

 

Die Petition ist mir wichtig, weil die völlig unkritisch rezipierte Aufnahme des Englischen bedingt durch die globalisierten und digitalisierten Medien mittlerweile Ausmaße angenommen hat, wie es sie niemals zuvor in der Geschichte der deutschen Sprache und Kultur gegeben hatte.

Da unsere Kultur über das Denken auch durch unsere Sprache bestimmt wird, erscheint es mir wichtig, endlich einen Gegenpol derer zu schaffen, welche nicht bereit sind, sich von der anglo-amerikanischen Kulturdiktator noch länger vereinnahmen zu lassen.

Es grüßt sie alle recht herzlich,

Rudolf Stiegelmeyr


Für die Muttersprache ist nicht gegen die Fremdsprache
Für die Muttersprache ist nicht gegen die Fremdsprache

Vom Wert der Identität

Diese Rubrik ist all jenen gewidmet, die sich für die Deutsche Sprache und Kultur einsetzen im Bewusstsein, dass der Multi-Kulti-Wahn der medialen Welt um uns herum wohl nie die schlichte Weisheit kapieren wird, dass Fremdes nur dann als wertvoll oder wertarm verstanden werden kann, wenn und solange die eigenen Werte erkannt werden. Wer nie eine eigene Währung sein eigen nennen konnte oder ihren Wert verstanden hatte, konnte auch mit Fremdwährungen nichts anfangen. Diese banale Erkenntnis lässt sich auf alle kulturellen, gesellschaft-lichen wie religiösen Werte übertragen. Finde zuerst zu dir selbst, bevor du es wagst, zum anderen zu finden.


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Sprachdefizite verhindern ein mündiges Bürgertum (25.03.2014)
Kurzer Auszug eines ehemaligen Aufsatzes zur Entwicklung der deutschen Sprachfähigkeit im deutschen Bildungswesen
Grundsätzliche Sprachmängel deutscher Gy
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Morbus Amerikanismus (24.03.2014)

Es geht, anders als obig verlinkter Artikel populistisch ausposaunt, gerade nicht darum, dem Volk aufs Maul zu schauen. Vor allem, wenn das Volk seiner kulturellen Sprach-wurzeln aus Gründen einer modernistischen Anbiederung an zeitgeistige Verhältnisse - die häufig blinde Übernahme anglo-amerikanischen Wortschatzes entspricht im Grunde der narzisstischen Geltungssucht eines großen Teils der Bevölkerung - entwöhnt und seiner Denkfähigkeit beraubt wurde.

Aus sprachwissenschaftlicher Sicht lässt sich dazu kurz feststellen:

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Sprache lebt nicht, sie wird gelebt (24.03.2014)

Egal, ob das mittlerweile überhand nehmende und ebenso überflüssig wie unsinnige Denglish (mir gefiele EngDeutsch aufgrund der Offensichtlichkeit seines Wort-spiels besser) oder anderweitig falscher bzw. gedanken-loser Sprach- gebrauch, die Gründe für den anhaltenden Niedergang der deutschen Sprache liegen in einer sprachsystemischen Eigenheit, nämlich dass Sprache von den falschen Leuten beein-flusst wird. Dem gälte es entgegenzuwirken, aber dies findet nicht oder nicht mit der notwendigen Autorität statt.

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